Paris-Tagebuch

Juni/Juli 2006

von UWP

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Tag 1: Erste Paris-Eindrücke

Wir hatten die Reise über das Internet gebucht. Der günstigste Flieger war mit Easyjet zu kriegen, zu WM-Zeiten besonders günstig zum Rausfliegen aus Deutschland: nur 10 Euro pro Nase, schon Gebühren und Steuern lagen höher. Wir kamen zwar relativ früh, noch am Morgen, am Flughafen Schönefeld (echt der mieseste der 3 Berliner Flughäfen) an, obwohl der Flug erst Mittags losging. Wir standen dann aber trotzdem in der Mitte der Schlange und entschieden uns relativ schnell für Sitzplätze, nämlich ganz hinten in der letzten Reihe. War zwar etwas eng, aber für nichtmal 2 Stunden Flugzeit ausreichend. In Paris kamen wir dann am Flughafen Orly gegen 16 Uhr an. Der hatte den gleichen 70er-Jahre-Touch wie Schönefeld, aber er war etwas größer. Schön war die Ansage-Melodie, die schlich sich mit so einer seltsam melodiösen Welle an, so daß man sie erst wahrnahm, als die Ansage kam. Von hier aus kostete es 9 Euro bis zur City, inklusive dem Zubringerzug von Orly-Sur bis Antony. Übrigens ist dieser Flughafen-Zubringer-Zug (Genannt "ORLYVAL-shuttle") sehr modern, ohne Fahrer und trotzdem rasend schnell. Da wurde einem bei so mancher Kurve recht mulmig. Von Antony stiegen wir dann in den Regionalzug B3/B5 um in Richtung Aeroport Charles de Gaulle 2/TGV bzw. Mitry-Claye. Beim Gare du Nord stiegen wir aus. Bis hierhin hatte die Fahrt ca. 40 Minuten gedauert, also recht fix. Am Gare du Nord den richtigen Ticket-Schalter zu finden, war schwierig. Wir entschieden uns wie von einem Reiseführer empfohlen für die "Paris Visite Card", mit der man 5 Tage für knapp 26 Euro pro Nase das komplette Pariser Schienen- und Bus-Netz innerhalb der Zonen 1 und 2 nutzen konnte. Im Nachhinein hätten vielleicht Carnets (10 vergünstigte Einzelkarten für knapp über 10 Euro) billiger sein können, aber ich habe es nicht nachgerechnet. Das Ordern der Karten gelang in meinem gebrochenen Französisch, aber der Mann am Schalter war auch sehr geduldig und sprach sehr langsam (extra wegen mir, mit der Frau vor mir hatte er schneller gesprochen) zu mir und ich konnte ihn recht gut verstehen (Verstehen ist sowieso deutlich besser als selbst sprechen). Zu dieser Karte muß man sagen, daß sie personifiziert ist, man muß seinen Namen raufschreiben und man bekommt ermäßigten Eintritt in einigen Einrichtungen. Allerdings nicht wirklich in wichtigen, aber dazu später mehr.

Nun sind wir zu unserem Hotel gefahren, mit der U-Bahn-Linie 5 in Richtung Bobigny/Pablo Picasso. Am U-Bahnhof Jaurès stiegen wir aus und gingen ein paar Meter bis zur Avenue Secrétan 5, sort befand sich unser Hotel: das LIBERTEL CANAL SAINT MARTIN Hotel. Gebucht hatten wir es über http://www.hotels-paris.fr, was ich deutlich empfehlen kann, da man hier gute Tarife bekommt und vor allem auch mehr Informationen über das Hotel, Bilder, Äußerungen von bisherigen Kunden usw. Wir hatten ein Zimmer für 7 Nächte gebucht, per Kreditkarte, für knapp 400 Euro. Das mag viel klingen, es gab aber praktisch nur ein Hotel, das noch günstiger war, nämlich eins direkt am Place Pigalle. Das war auch von Kunden als äußerst laut beschrieben worden und ich vermeide es grundsätzlich, das günstigste Angebot zu nehmen, meistens fährt man mit dem zweitgünstigsten besser. So auch hier: das Hotel machte einen sehr gepflegten Eindruck. Die Gegend war etwa vergleichbar mit Kreuzberg oder Neukölln Hotelblick und da stach das Hotel schon fast luxuriös hervor. Gut, das Zimmer war klein, aber das hatten wir nicht anders erwartet, schließlich brauchen wir bei Kurz-Urlauben dieser Art nur einen Raum zum Schlafen und Klamotten ablegen. Es gab ein kleines Badezimmer, mehr oder weniger ein Klo, eine Dusche und ein Waschbecken. Also für unsere Zwecke ausreichend und innerhalb eines recht guten Preis-/Leistungs-Verhältnisses. Übrigens konnte man von unserem Zimmer, wie wohl häufig in dieser Stadt, direkt auf das Sacre Cœur Sacre Cœur gucken.

Nach dem Einchecken, welches übrigens englischsprachig machbar war (bei Verhandlungen ist es immer besser, keine Mißverständnisse zu haben, gerade wenn's ums Geld geht und mein Französisch ist nunmal scheißbar...) verließen wir das Hotel so gegen 19 Uhr, um die Stadt ein wenig in Richtung City zu erkunden. Gerade preismäßig wollten wir sehen, ob die vielen "Paris ist höllisch teuer!"-Warnungen von vielen unserer Freunde zutrafen. Rund um unser Hotel herum waren die Preise erträglich, es gab Döner-Buden und arabische Imbisse und seltsamerweise neben den erwarteten China-Imbissen viele japanische Schnell-Restaurants. Und dort war das Essen nicht so teuer wie befürchtet. Ab 7 Euro gab es ein Menü, wenn auch ohne Getränk. Interessanterweise stiegen die Preise an, je mehr wir in Richtung City kamen. Obwohl wir etwas östlich abdrifteten und beim Place de la Bastille Place de la Bastille ankamen, waren die Preise hier locker beim Doppelten angekommen. Unter 12 und 14 Euro gab es hier kaum etwas zu beißen. Auf dem Rückweg hatten wir uns doch für den türkischen Imbiß um die Ecke unseres Hotels entschieden, denn dieser hatte Merguez (!!!) im Angebot. Das wird hier, anders als in Strasbourg, nicht nur mit der üblichen scharfen Soße namens Harissa angeboten, sondern es werden neben dem Salat auch Pommes ins Brot gekippt. Für 3,50 Euro ein recht reichhaltiges Mahl. Übrigens: Harissa und Pommes paßt ja soooo lecker zusammen, das ist einfach eine Explosion auf der Zunge, sehr empfehlenswert!

Im Hotel versuchten wir es kurz mit Fernsehen gucken, sie hatten sogar einen deutschen Kanal vom Satelliten dabei: ZDF-Kulturkanal oder so, völlig sinnlos. Der englische Kanal war nicht programmiert und die restlichen 30 Kanäle waren französisch. Sehr schräg: extrem viele Talkshows, viel Blabla, kaum Nachrichten oder Filme. Kann an der Uhrzeit gelegen haben, so gegen 1 Uhr morgens fielen wir dann tot ins Bett.

Tag 2: Treppenerfahrungen

Die Nacht lehrte uns, daß auch unser Hotel nicht gerade in einer leisen Gegend war. Da es Sommer war, mußten wir die Fenster auflassen, denn eine Klima-Anlage gab es nicht und der Ventilator hatte nur dann Sinn, wenn man mit ihm auch frische Luft reinbekam. Und mit offenem Fenster war es nunmal ziemlich laut. Aber dazu paßt das Blues-Brothers-Zitat am Besten: "Wie oft fährt der Zug hier?" - "So oft, daß Du's gar nicht mehr hörst." Und es stimmte, schon in der 2. Nacht hörten wir Bahn oder das Autogehupe kaum noch.

Aber zurück zu den Aktivitäten: Heute haben wir gleich das volle Programm gemacht. Zuerst zum Arc de Triomphe Arc de Triomphe (U-Bahn-Linie 1, 2 oder 6, Station "Charles de Gaulle Étoile"), natürlich mit hochlatschen, ca. 300 Stufen. Kostet 8 Euro, keinen Rabatt mit Paris-Visite-Card. Es hätte mit Museums-Karte Rabatt gegeben, die kostet aber 36 Euro, die hatten wir nicht gekauft. Das lohnt sich eigentlich auch nur, wenn man gut 10 Sehenswürdigkeiten mindestens sehen will und darüber waren wir uns zu dem Zeitpunkt noch nicht im Klaren.

Super Ausblick von oben über die ganze Stadt Blick vom Arc de Triomphe und vor allem weniger Andrang als beim Eiffelturm, hatte man uns gewarnt. Cymone sagte zuerst: Ich seh den Eiffelturm gar nicht, ist der so klein? Zugegeben, es war ein Positionsproblem. An der richtigen Stelle konnte man ihn Blick auf Eiffelturm natürlich gut sehen und er war natürlich deutlich höher als der Triumphbogen.

Danach sind wir über den Champs-Elysées flaniert. Um nochmal auf das Thema "ach so teure Stadt" zu kommen: Wir konnten das bisher nicht nachvollziehen, denn es gab wie am ersten Tag beschrieben, auch billige Gegenden, z.B. rund um unser Hotel bzw. um die Bahnhöfe Gare de l'Est oder Gare du Nord. Der Champs-Elysées dagegen war echter Nepp. Laut den ausgehängten Karten gab's kaum Essen unter 25 Euro, 'ne popelige Cola war ab 5 Euro zu haben und ein "Midi", das ist ein Viertelliter Bier, gab's ab 8 Euro. Aber man muß ja hier nix essen oder trinken. Wer's trotzdem macht, hat zu viel Geld und darf mir gern was überweisen. Auf dieser Allee war leider auch ein Disney-Store und so bekam Cymone ihren ersten Kaufrausch. Sie steht nämlich auf Stitch und die hatten viel Lilo & Stitch-Zeug dort. Übrigens relativ normalpreisig. Danach weiter Richtung Place de la Concorde. Da der französische Nationalfeiertag naht, wurde schon viel für die Parade am 14. Juli aufgebaut, abgesperrt usw. Das war etwas nervig, man mußte wie bei der Fußball-WM in Berlin große Umwege machen und das Concorde-Monument (der Obelisk) Concorde-Obelisk war schwer zu knipsen. Wenigstens waren die Jardins de Tuileries normal betretbar und sehr entspannend. Am Ende kommt dann der Louvre, aber das Museum war schon zu. Jedenfalls sagte das ein Wachmann, der auf meine Frage, ob er englisch spräche, "seulement français" antwortete, als ich jedoch mein französisch runterquälte, er auf einmal doch englisch sprach. Dieses war uns übrigens öfter passiert. Als ich das letzte Mal vor ca. 20 Jahren in Paris war, schienen sie komplett einsprachig zu sein, nun können sie zumindest englisch. Und waren früher die Deutschen aus ihrer Sicht die Ärsche, sind es nun wohl die Amis (oder etwa die Engländer?). Es schien grob unhöflich zu sein, in englisch eine Konversation zu beginnen, fing man dagegen französisch stammelnd an, gingen die Ansprechpartner schnell über in Englisch und man konnte sich gut unterhalten. Aber weiter im Text. Nicht geschlossen war die Shopping Mall im Untergeschoß des Museums, die in einem Stockwerk einen Food Court amerikanischer Machart (schräg, das war USA in Reinkultur!) hat. Das Essen ist zwar nicht gerade supergünstig, aber ok.

Danach latschten wir dann weiter über den Quai de Voltaire in Richtung Tour Eiffel, also Eiffelturm. Eiffelturm nachts Da war natürlich voll wie immer, obwohl es schon dunkel war. Allerdings konnte man treppensteigenderweise rauf, das war leerer und günstiger, dafür nur bis zur 2. Plattform (3,80 Euro). Um 22 Uhr sich beim Fahrstuhl anstellen, während man 3 Stunden ansteht, der Turm aber um 0 Uhr dicht macht, erschien uns etwas gewagt. Also Treppe. Vor uns waren ein paar Amis, aber da die sowas wie Treppen steigen kaum kennen, konnten wir sie bald überholen. Wer nun auf dem Eiffelturm Nachtbilder machen will, dem kann ich nur abraten, schon auf Etage 1 wackelt der Turm so sehr, daß alles über 0,5 Sekunden Verzögerungszeit unscharf wird. Das gleiche Problem hat man auch von unten, da wird die Spitze nie scharf. Vielleicht können Spiegelreflex-Kameras das besser? Meine Kamera kann das jedenfalls nicht. Überhaupt hatte ich auf dem Eiffelturm das Gefühl, daß er nicht gerade an einer guten Position stand. Klar, man konnte den Triumphbogen gut sehen, aber das war's auch schon fast. Da wir tagsüber nie auf dem Eiffelturm waren, kann ich nun nicht genau sagen, ob es sich am Tag lohnt. Nachts dagegen: lieber sein lassen, oder sich rechtzeitig anstellen und mit dem Fahrstuhl nach ganz oben fahren. Wenn man genug Zeit hat...

Nach dem Turm-Erlebnis bemühten wir uns, schnell zur U-Bahn zu kommen, da die nur bis ca. 1:00 Uhr fahren, danach bleibt oft lediglich teure Taxe. Interessanterweise waren wir die einzigen, die sich abhetzten. Und das, obwohl die Umgebung etwas unübersichtlich ist. Die richtige Station zu finden ist nämlich nicht so einfach, weil man zuerst auf einen Bahnhof für Regionalzüge trifft. Man muß also etwas weiter laufen, um die Metro-Station zu erreichen. Wir schafften aber sogar nach das Umsteigen und kamen direkt bis Jaurès ohne laufen zu müssen. Denn nach diesen vielen Treppenstufen und einer halben Stadterkundung zu Fuß qualmten uns mächtig die Socken und wir zählten abends unsere Blasen an den Füßen.

Tag 3: Kaufrausch

Heute haben wir mal das Frühstück ausprobiert. 10 Euro sind definitiv zu viel für das bißchen, was dafür aufgefahren wurde. Aber was soll's, bricht uns ja kein Zacken aus der Krone, wir wollten es mal ausprobieren.

Danach dann Gothic-Kaufrausch. Zuerst die Läden rund um Les Halles abgeklappert, die ich aus dem Netz gezogen hatte. Z.B. das New Rock (ehemaliges L'Enklave), jaja, wie die Schuhe, in der Rue Turbigo 35 (Metro-Station Etienne Marcel ist etwas dichter als Les Halles). Da gab's auch genau solche, aber auch vieles mehr, interessanterweise billiger als in Berlin, wenn auch nicht wesentlich billiger. Dort lagen natürlich Flyer für Clubs und andere Klamottenläden und wir sind dann nur noch dieser "Verlinkungs"-Spur (da findet sich im Netz wirklich viel, also z.B. hier vorher gucken) gefolgt. Auf dem Weg zu den anderen Läden fanden wir dann noch mehr dunkles Zeug. So z.B. "Yellow Stone" in der Rue des Precheurs. Die hatten dort 2 Läden, einen eher Techno-lastigen und einen Metal/Gruft-Store und zwar direkt nebeneinander. Der Gruft-Store war recht günstig, wenn auch die dort bedienenden Asiaten etwas unfreundlich waren, weil wir sie beim Mittag störten.

Danach waren wir dann in den Hallen. Viel Billig-Zeug, vor allem Schuhe. Und relativ riesig, die Tendenz sich zu verlaufen und dadurch bestimmte Läden zu verpassen, ist groß. Allerdings verpaßt man nicht wirklich was, wenn man nicht alles in den Hallen sieht... Und dann gibt's noch Fnac. Teuer wie alles hier, was mit CD & Co. zu tun hat, aber eine riesige Auswahl! Danach dann zu Darkland (Rue Sauval), wo haufenweise deutsche Flyer für Goth-Parties in zig unterschiedlichen deutschen Städten auslagen (z.B. ein Trashcave-Flyer von der Mega-Party im August 2006!). Sehr schräg.

Schließlich sind wir zum Edemonium (Achtung, Flash-Grütze, Seite lieber meiden!) in der Rue du Plâtre gewankt. Zu teuer, aber saugeile Ringe! Hammer! Jetzt waren wir total abgeschlafft und brauchten einen Kaffee. Zufälligerweise stießen wir auf das Blackdog. Es befindet sich in der Rue des Lombards, die nächste Metro-Station ist Châtelet. Der Barkeeper war etwas mürrisch. Hielt uns wohl für Amis und dann auch noch Kaffee bestellen! Hätte ich wohl nicht in englisch anfangen sollen, aber wenn sie ihren Laden schon auf englisch betiteln ("Chien Noir" wäre doch auch gegangen), aber was rege ich mich auf... Netter Laden, aber die Klos waren schräg wegen der Suche nach dem "Abdrückknopf". Der ist irgendwo oben in die Wand eingemauert und durch diese seltsamen Fliesen und die schlechte Beleuchtung schwer zu finden.

Danach dann weiter mit der Metro Richtung Norden, Pigalle. In der Nähe findet sich übrigens das weltberühmte Theater Moulin Rouge Moulin Rouge In dieser Gegend sollten in der Rue de Douai 2 Stores sein, die gab es aber beide nicht mehr (Ebenso sollte auch die Katabar dort sein, die haben wir aber irgendwie vergessen). Wir trafen dann noch ein Grufti-Mädchen mit ihrer Mum, die uns weitere Tips für Läden gab. Es war etwas schwierig, weil mein französisch eher daneben ist und ihr englisch so lala war, aber es ging.

Dann Richtung Heimat und in der Nähe des Gare de l'Est bei einem Japaner namens Wako in der Rue de Lafayette 208bis günstig gegessen, wenn auch meine Versuche, mit Stäbchen zu essen, immer noch ziemlich daneben sind. Dann zurück ins Hotel, etwas ausruhen und abends nochmal zum Eiffelturm, da meine Kamera den Abend vorher einige Bilder versemmelt hatte, weil ich durch irgendeinen dummen Bedienungs-Fehler (ARGL!) die Pixelzahl runtergedreht hatte.
Als wir dort ankamen, wurde es richtig nervig, weil deutsche Fußballfans, behängt mit schwarz-rot-goldenen Flaggen, bierselig "DEUTSCHLAND!" brüllten. Gut, sie hatten irgendein Fußballspiel gewonnen, aber trotzdem war das nicht der geeignete Ort, um sich auszulassen, Geschichtsbewußtsein gleich Null. Am Champs-Elysées wäre es ja noch gegangen, aber so... Dazu kamen dann noch 2 deutsche Mädels, ebenfalls fahnig beumhangt. Sie gaben ihr Bestes, um klarzustellen, daß die Generation Pisa da ist. Und das war beidseitig, so wie's aussieht, gehören wir zur Generation der "alten Säcke", denn nur ältere Franzosen fanden das, wie wir, daneben. Jüngere Franzosen fanden das völlig normal. Vielleicht ist ein Europa der Nationen doch bald Vergangenheit, wenn höchstens noch die Sprachbarriere Verständnisprobleme auslöst. Nationalstaaten adé?

Danach vom Pigalle aus nach Hause gelaufen, denn die U-Bahnen fahren nur bis ca. 1:00 Uhr. Kurz vor Stalingrad/Chapelle bauten sie einen Flohmarkt unterhalb der U-Bahnbrücke der Linie 2 auf. Wir hatten uns das aber nächsten Tag trotzdem geschenkt. Übrigens wird immer wieder vor der bösen Gegend rund um Stalingrad gewarnt. Wir können uns das kaum erklären. Ja, es gab durchaus am Kanal Zelte der Clochards (das Phänomen gibt's dort überall, ich habe leider nur ein Seine-Bild Clochards am Ufer zur Verdeutlichung), aber wir wurden nie blöde angemacht oder so und wir waren öfter zu Fuß durch dieses Areal gelatscht. Ich muß sagen, rund um Les Halles ist es abends etwas seltsamer von der Stimmung her. Da hatte man eher das Gefühl, daß, wenn die Dunkelheit aufzieht, die Drogendealer aus ihren Ecken kriechen. War aber, wie gesagt, nur ein Gefühl...

Tag 4: Ruhig anfangen, wild ausklingen lassen

Zuerst sind wir im Parc des Buttes Chaumont gewesen. Schön ruhig ung in der Mitte tolle Aussicht von einem Denkmal Parc des Buttes Chaumont aus.

Dann ging's zum Sacre Cœur, Sacre Cœur da konnte man unten in die Crypta (free) und für 5 Euro nach ganz oben. Sehr empfehlenswert, weil kaum jemand mitbekommt, daß man da rauf kann! Hm, nach diesem Text könnte sich das ändern... Mir egal, ich war ja schon da. :)
Cymone hat dann noch etwas Schnickschnack gekauft und ich Billig-Shirts und Hemden bei Tati. Nun nochmal ins Darkland. Cymone verbrüderte sich mit einem Verkäufer, wegen der Trashcave-Flyer und mußte dafür dann Darkland-Flyer mitnehmen, um sie in Berlin in den Clubs auszulegen.

Nun machten wir einen Abstecher zur Île de la Cite, zur Kirche Notre Dame. Notre Dame Es war zwar noch nicht dunkel, trotzdem ließ man uns nicht mehr auf die Türme (irgendwie kann man auf jedes Bauwerk dieser Stadt klettern, die brauchen wohl Geld), da sie schließen wollten. Wir sollten nächsten Tag wiederkommen, möglichst gegen 10, sonst wäre die Schlange zu lang. Wir gingen einmal um die Kirche rum und sahen auch mal kurz rein und danach trabten wir ab in Richtung Hotel, denn wir wollten uns noch ein wenig ausruhen, bevor wir abends mal das Nachtleben testeten.

Leider gewannen die Franzosen unerwarteterweise das Viertel-Finale der WM gegen Brasilien und so verstopften sich sowohl Straßen als auch U-Bahnen mit "Allez les bleus"-gröhlenden Fußball-Fans. Sowas Blödes, da flüchten wir vor der WM und dann holt uns der Mist wieder ein. Wer konnte denn ahnen, daß die so weit kommen würden? Bezeichnenderweise war der Nachtclub, zu dem wir wollten, in Pigalle-Nähe und dort wurde natürlich am kräftigsten gefeiert. Mit "Kofferraumspringen": Autos fahren am Kreisel des Pigalle vorbei und müssen angesichts der Fülle der Straße im Stau stehen bleiben. Dann nahmen ein paar Fans Anlauf (!) und sprangen mit voller Hingabe auf die Kofferraumhauben der jeweiligen Autos, die ja nicht weg konnten. Da lag ein wenig Gewalt in der Luft und die verbeulten Autos sahen wirklich unschön aus nach so einer Sitzung (oder "Bespringung"). Schließlich gelangten wir zur Party mit dem schönen Namen Bal de Vampyres. Die Party fand statt in der Rue LeChapelais 7 (Metro-Station La Fourche). Das soll sie jeden ersten Samstag im Monat, aber im August scheint es keine zu geben. 14 Euro Eintritt (HUI! Wat teuer!), aber wenigstens ein Freigetränk und von 22 Uhr bis Mitternacht Happy Hour mit halben Preisen. Preise waren relativ ok, Normal-Preis für eine Cola 2 Euro und ein Desperados für 3,50 Euro. Wieder was Schräges: Hinter dem Tresen hatten sie Dosen und Flaschen, ausgehändigt bekam man allerdings nur Plastikbecher. Die gingen aber nur bis 0,4l. Die Desperados-Dose dagegen hatte 0,5l Inhalt. Mal abgesehen davon, daß ich dieses Bier noch nie vorher in einer Dose gesehen hatte. Keine Ahnung, was sie mit dem Rest Bier machen, wahrscheinlich wegkippen? Ab 0 Uhr fing der DJ an, mehr 80s zu spielen und fing lustigerweise mit Eisbär von Grauzone an. Die Animositäten zwischen Franzosen und Deutschen scheinen wirklich endlich vorüber zu sein, denn vor 20 Jahren wäre es nicht möglich gewesen, deutschsprachige Lieder in französischen Clubs zu hören. Gegen halb zwei war es dann auch etwas voller, es blieb aber überschaubar. Von einer so großen Stadt hatten wir etwas mehr dunkles Nachtleben an einem Samstag erhofft, vor allem, wo es doch so viele Gothique-Stores gab.
Der Rückweg und die Nacht blieben laut: "Allez les bleus!" und wildes Gehupe hielten uns ein wenig vom Schlaf ab...

Tag 5: Lockerer Sonntag

Und noch einmal zum Notredame, aber für die Turmbesichtigung war's zu voll, es hieß, wir müßten 2 Stunden anstehen. Also weiter zu den Katakomben. Der Eingang befindet sich am Place Denfert Rochereau, direkt bei der gleichnamigen U-Bahn-Station. Supergeil! Besonders im Sommer sehr empfehlenswert, da schön kühl! Jedenfalls ist die Aufschichtung der Schädel und Knochen Les Catacombes sehr gelungen, das war ein echtes Highlight! Und für 5 Euro pro Nase bestimmt nicht zu teuer. Raus kommt man fast bei der Metro-Station Alésia, obwohl es laut Majestix nie ein Alésia (und noch lustiger gegeben hat...;-)
Übrigens habe ich natürlich noch mehr Fotos dieser und von vielen anderen Paris-Gegebenheiten auch in meinen Photo-Alben. Wem das immer noch nicht reicht, der kann auch die "virtuelle Tour" durch die Katakomben machen.

Nun zum Friedhof Montparnasse. Cimetière du Montparnasse War ich vor Freude in den Katakomben der Herzattacke sehr nahe, war es nun Cymone, die fast 'nen Herzkasper bekm. Friedhöfe sind nicht ganz so mein Ding. Obwohl die Friedhöfe in Paris wegen ihrer "Steinnatur" durchaus ihren Reiz haben. Und zum Entspannen sind Friedhöfe natürlich immer klasse.

Dann weiter zum Tour Montparnasse (Metro: Montparnasse-Bienvenüe), der verkannten Sehenswürdigkeit der Stadt. Laut Reiseführer finden die Pariser dieses Gebäude häßlich und es würde die Gegend verschandeln. Meiner Meinung nach das Gebäude-Highlight, wenn man eine schöne Aussicht von einem hohen Gebäude haben will. Mit Paris-Visite-Card war es tatsächlich mal günstiger, normal hätten wir 18 Euro zahlen müssen und so nur knapp 12 (also für beide zusammen!). Der Stil des Wolkenkratzers La Tour Montparnasse ist übrigens ähnlich dem Ex-World-Trade-Center in New York, nur eben nicht ganz so hoch: 59 Etagen statt 110 (56 mit Expreß-Fahrstuhl, die letzten 3 zur Aussichts-Terasse zu Fuß). Ansonsten fast eine Kopie der US-Türme, sogar das Geländer auf der Aussichtsplattform sah ähnlich aus! Die Aussicht war wirklich beeindruckend und persönlich kann ich diesen Turm nur empfehlen! Wieder was Schräges: geht man die Treppen von der Aussichts-Plattform am Schluß runter, findet sich im Treppenhaus diese Werbung. Berlin Alexanderplatz Wat ham wa jelacht!

Dann weiter auf unserem Ritt durch die Stadt in Richtung La Défense. Hier steht der "Grande Arche", La Grande Arche sozusagen der neue Triumphbogen. Hier hätte man auch rauffahren können, das schenkten wir uns aber, da diese künstliche Wolkenkratzer-Stadt zu weit draußen war und man sich dafür hätte abhetzen müssen, denn die machen dort um 20 Uhr dicht und wir waren erst gegen 19:00 Uhr dort. Wenn man weniger Zeit hat, sollte man sich La Défense komplett schenken. Das sage sogar ich, der auf die Moderne steht. Dieses Viertel ist schlicht sinnlos.

Nun machten wir uns auf in Richtung Champs-Elysées, wo Cymone nochmal bei Disney reinschneite und ich beim Warten einen 4er Pack Flics sah, von denen 2 einen Knüppel gleich in der Hand trugen und einer eine Flasche Reizgas. Dann noch zu Virgin, die an dieser teuren Ecke erstaunlich günstige Angebote hatten. Nun noch auf den Arc de Triomphe, in der Hoffnung, nächtliche Verzögerungsbilder zu machen. Die Hoffnung zerschlug sich, weil die Absperrung zu stark wackelte. Von unten habe ich dann wenigstens noch schöne Bilder Triomphe de la nuit gemacht. Dann Richtung Jaurès und mal wieder japanisch essen. Das war schwierig, da Sonntag abends alles früher zu war. Das Essen war besser, aber die Vorsuppe war mir zu kräftig. Insgesamt wie beim anderen Japaner ca. 26 Euro für beide zusammen bezahlt, inklusive Getränke. Dafür gab's keinen Abschlußschnaps, Grummel.

Tag 6: Knieprobleme

Morgens dann mal das McDoof-Frühstück ausprobiert, das war sogar recht brauchbar. Ein paar asiatische Touristen versuchten, in gebrochenem Englisch zu bestellen, aber niemand bei McDonalds konnte ihnen helfen, da keiner der Angestellten englisch sprach. Mit Händen und Füßen haben sie's dann hinbekommen. Danach hatten wir uns dann endlich aufgerafft in Richtung Notre Dame. Wir standen etwas über eine Stunde an, um dann endlich von oben runtersehen zu können. Blick vom Notredame Tja, bei der ganzen Sache sollte man mal erwähnen, wie nervig diese ewige Treppensteigerei ist. Cymones Knie war mittlerweile am Ende und auch ich fühlte, daß beintechnisch bald die Luft raus ist. Wir schafften es schließlich noch ins Centre Pompidou Centre Pompidou. Eigentlich mag ich moderne Kunst, aber in diesem Museum kann man glatt die Hälfte als öden Müll vergessen. Aber immerhin war ich von der anderen Hälfte hellauf begeistert. So gab es einen weißen Raum, in den in die Mitte auf eine Art Scheibe blaues Neonlicht projiziert wurde. Man bekam sofort Kopfschmerzen und es wurde mir etwas schwindelig. Dann war eine Sonder-Ausstellung amerikanischer Künstler noch sehr nett, da gab's seltsame Bild-Effekte und relativ wirres Zeug, aber sehr interessant! Dumm nur, daß Cymone mit moderner Kunst so gar nix anfangen kann und noch dazu ihr Knie schmerzte. Deshalb machten wir doch einen relativ schnellen Rundgang und setzten uns danach erstmal in die U-Bahn. Zuerst holten wir aus einer Apotheke ein "Gummi-Knie", eine Genouière, damit stand weiterem Wandern nicht mehr ganz so viel im Weg. Dann ging's weiter mit der U-Bahn in Richtung Montmartre-Gegend (also da, wo auch das Sacre Cœur steht).

Dort haben wir ein wenig Shopping betrieben und dann versucht, den Montmarte-Cimetère, also den Friedhof der Berühmten, Friedhof Montmartre anzusehen. Am Schluß waren wir dann wieder in der Notredame-Gegend, also so um die Dunkelwerd-Zeit. Eigentlich soll dann die Gegend rund um die "Île de la cité" gefährlich sein, wegen Dealern usw. Die scheinen aber eher direkt vor Les Halles rumzulungern. Und nachts sieht die Zentralkirche der Stadt Notredame bei Nacht wirklich spitzenmäßig aus! Natürlich wieder völlig tot ins Bett gefallen... Kurz vorher hatte ich noch den Versuch gewagt, TV zu gucken, aber das konnte man doch knicken, mal abgesehen davon, daß ich einfach eingepennt bin...

Tag 7: eigentlich letzter Tag...

Heute war unser offiziell letzter Tag vor der Abreise. Da wollten wir eigentlich in den Louvre. Dumm nur: es war Dienstag und da hat der Louvre Louvre Panorama dicht. Ich hatte mich schon gewundert, daß es so leer war. Zuerst dachte ich: Dreck, hätten wir das mal getauscht, gestern Louvre und heute Pompidou! Aber weit gefehlt, alle Museen haben Dienstags dicht. Cymone war am Boden zerstört, denn sie hatte sich total auf den Louvre gefreut. Und ich war schuld mit meinem "Müll-Museum"... Tja, da der Haussegen nun etwas schief hing, dachte ich, könnten wir wenigstens mal etwas relaxen. Wir machten uns also auf Richtung Eiffelturm, Eiffelturm vom Trocadero aus gesehen. denn den hatten wir z.B. aus Trocadero-Sicht tagsüber noch nicht gesehen. Außerdem befindet sich der Eiffelturm dicht am Seine-Ufer, von wo dann die Ausflugs- und Touristenschiffe durch den Fluß schippern. Und das hatten wir ja bisher auch noch nicht gemacht: eine Bootstour. Wir entschieden uns für "Batobus", einem Dienstleister, bei dem man eine Tageskarte kauft und dann den ganzen Tag auf den Zwischenstationen ein- und aussteigen kann, wie man will. Es ist nicht so viel teurer wie die anderen Boote und man hat halt diese nette Option. Außerdem schien es recht schnell zu sein, allerdings waren auch die anderen Boote nicht gerade lahm, auf der Seine läuft quasi immer eine Art Dauerrennen zwischen den Schiffen. Insgesamt kann ich so eine Bootstour Batobus Tour über die Seine nicht empfehlen. Die Seitenmauern sind zu hoch und man kann immer nur die obere Hälfte der Gebäude sehen. Außerdem war es recht heiß trotz offenem Boot und durchaus etwas Windzug. Schräg war, daß die Sprecherin, die alle Ansagen auf französisch, englisch und deutsch machte, eine Deutsche war und man in allen ihren Fremdsprachen keinerlei deutschen Akzent erkennen konnte. Ein Naturtalent, wie Desirée Nosbusch, die anno ruck einen Grand Prix d'Eurovision souverän in zig Sprachen runterbrezelte. Da kommt man schon ins Grübeln: früher wäre man mit solchen Fähigkeiten also ins Fernsehen gekommen, heute belatschert man damit Touristen auf einem Ausflugsdampfer.

Ok, der Rest des Tages war unspannend, also wirklich mal relaxing. Da Cymone total traurig war über den verlorenen Louvre-Besuch, versprach ich ihr, daß wir das nächsten Tag versuchen werden. Unser Flug war erst gegen Nachmittag um 15:45 und der Louvre macht um 9 Uhr morgens auf. Also dachte ich mir: packen wir unser Gepäck auf dem Gare du Nord in ein Schließfach (also nach dem Hotel-Checkout) und gehen dann los. Zurück müssen wir dann sowieso beim Nordbahnhof in eine Schnellbahn einsteigen, in Richtung Flughafen. Also hatten wir uns das mit den Schließfächern am Nordbahnhof angesehen. Das sah gut aus und so stand die Hektik-Planung des nächsten Tages fest. Am Abend sind wir nochmal durch die Stadt gezogen, vor allem zum Pigalle und dem Moulin Rouge, Moulin Rouge bei Nacht. welches schöne Effekte bei Nacht liefert, wenn sich die Mühle dreht. Abends haben wir dann noch gepackt und alles für eine möglichst schnelle Abreise vorbereitet.

Tag 8: jetzt ist endgültig Schluß!

Morgens also mit großer Hektik schon um 7 Uhr aufgestanden. Das Checkout dauerte recht lange, aber immerhin gab es eine korrekte Rechnung und später wurde auch genau dieser Betrag von der Kreditkarte abgebucht. Insofern kann man dieses Hotel wirklich empfehlen, alles genauso wie man es haben will. Wie wir es haben wollten, zumindest.

Nun haben wir den Plan in die Tat umgesetzt. Bei McDonalds noch schnell einen Espresso zum Wachwerden reingeschoben und das Gepäck beim Gare du Nord aufgegeben. 9 Euro für ein großes Fach, aber schließlich ging's ja um den Louvre. Dann ab in die U-Bahn und Richtung Museum gefahren. Natürlich standen sie bei der Pyramide an wie blöde. Aber in jedem Reiseführer steht drin: nicht den Haupteingang unter der Pyramide nehmen, sondern den Seiteneigang beim Porte de Lions. Und tatsächlich. Um 9 Uhr da gewesen (die machen genau um 9 auf). Und um 9:01 schon drin. Wir waren die einzigen beim Nebeneingang...

Eigentlich wollte Cymone ja die Bilder sehen. Leider war beim Nebeneingang der Skulpturen-Teil im Mittelpunkt. Wir sind also losgehetzt, damit sie ihre Bilder sehen konnte. Mich interessierten die Bilder ja nicht so, aber eine der Skulpturen Tiki im Louvre machte mächtig was her. Die Bilder selbst fand ich eher öde, besonders von den Themen her: Portraits, Religion, Krieg. Portraits, Religion, Krieg. Hin und wieder Naturkatastrophen. Ein Bild hatte es mir angetan, da hatte der Maler einen Vulkanausbruch (oder im Vollbild. Dank an Ralf, der die Abbildung nach meiner Beschreibung rausgefunden hat!) festgehalten. Es ist von Michael Wutky aus dem Jahr 1780 und ich es verdiente wirklich meine gesteigerte Aufmerksamkeit! Was ich von der Mona Lisa nicht sagen kann. Ich hatte zwar gedacht, das Bild sei noch winziger, aber auch so war es klein genug. Und dann gab's immer mächtig Wind, wenn Leute Bilder machten. Also quasi die ganze Zeit. Überall standen Schilder mit "No Pictures" usw. in ziemlich vielen Sprachen und vorne brüllte das Personal das auch dauernd. Trotzdem blitzte es hin und wieder, die dürften abends total heiser sein. Übrigens hatte ich Werbeschilder gesehen, die daraufhin deuteten, daß man am "Museum-ist-zu-Tag" Führungen für größere Gruppen anmieten kann. Insofern lassen die das Museum nicht, wie fälschlicherweise angenommen, einen Tag brach liegen zum Putzen oder so. Nach gut 3 Stunden waren wir aus dem Louvre raus, machten uns zum Nordbahnhof auf, holten unsere Sachen aus dem Schließfach und fuhren Richtung Flughafen Orly. Dort verbrachten wir auf dem 70ies-Airport immer noch viel zu viel Wartezeit, bis es endlich Richtung Heimat ging.

Fazit:

Ich würde wohl wieder hinfahren. Cymone auch. Sie ist sogar Feuer und Flamme für diese Stadt. Es ist mir, ehrlich gesagt, etwas unklar. Die Stadt war nicht gerade günstig und so viel Schnickschnack und Klamottenläden gab's nun auch nicht, noch dazu hat sie ja stark gelitten mit ihren Knien. Ich hatte eher vermutet, daß sie so schnell nicht wieder hinfahren möchte, aber weit gefehlt! Sie plant schon einen weiteren Trip! Aber das muß erstmal mindestens 2 Jahre warten, schließlich war es letztlich doch ein Urlaub, der preislich mit 2 Wochen Kanaren mithalten kann, obwohl man klar sagen muß: Paris ist günstiger als sein Ruf!

Prinzipiell ist die Situation für Deutsche besser geworden, früher war man als Deutscher ja untendurch. Sie verstehen zwar Deutsch nicht besser, meistens können sie doch eher englisch. Aber wenn man gleich auf englisch anfängt, hat man verkackt, weil sie einen für 'nen Ami halten und die mögen sie zur Zeit gar nicht. Ob das an den "Freedom Fries" liegt, weiß ich nicht, aber wir hatten sogar mal ein Regal mit US-Import-Ware erblickt, da stand dann drunter: "The evil empire". Gibt man sich dagegen als deutsch zu erkennen, bleiben sie freundlich und fangen sogar an, langsam zu sprechen!

Die Paris-Visité-Card ist vielleicht nicht jedermann's Sache, für uns hat sie sich eigentlich nur wegen dem Montparnasse-Turm gerechnet. Ansonsten wären Einzelfahrscheine im Carnet (10er-Bund) billiger gewesen. Die Metro fährt nur bis knapp 1 Uhr, danach sind selbst Taxis nur schwer zu bekommen. Ebenso macht der Eiffelturm um 0 Uhr zu. Bei den Fahrstühlen anstehen kann aber abends bis zu 2 Stunden Wartezeit und tagsüber bis zu 3 Stunden bedeuten. Die Treppen bis zur 2. Etage gehen oft schneller und sind günstiger, dafür ist man dann aber nicht ganz oben. Muß man selbst entscheiden, wir haben uns "ganz oben" geschenkt, weil die Zeit zu kostbar ist für sowas.

Auf den Notredame würde ich auch nicht mehr gehen. Die Kirche ist zwar recht hoch, aber man wird oben ziemlich rumgescheucht, weil alles so klein ist, es passen also nicht viele Leute auf den Turm drauf. Darum also 1 Stunde Wartezeit, bis man reingelassen wird... Also versuchen die einen nach 5 Minuten Ausblick wieder runter zu jagen. Und allzuviel sehen kann man trotz der Höhe nicht, weil die Kirche irgendwie optisch schlecht steht, man hat den Eindruck, sie ist zugebaut.

Auf den Bahnhöfen gibt's Getränkeautomaten. Dort kann man z.B. Pupsi oder Orangina kaufen. Letzteres ist deutlich billiger als bei jedem Imbiß, deshalb unbedingt empfehlenswert, vor allem, weil sie aus dem Automaten immer superkalt sind! Ich liiiiiebe Orangina!

So, mehr wird sicherlich im Laufe der Erinnerungsphasen hinzukommen. Einfach öfter mal reinschauen!


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