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Tag 1: Erste Paris-Eindrücke
Wir hatten die Reise über das Internet gebucht. Der günstigste Flieger war mit Easyjet zu kriegen, zu WM-Zeiten besonders günstig zum Rausfliegen aus Deutschland: nur 10 Euro pro Nase, schon Gebühren und Steuern lagen höher. Wir kamen zwar relativ früh, noch am Morgen, am Flughafen Schönefeld (echt der mieseste der 3 Berliner Flughäfen) an, obwohl der Flug erst Mittags losging. Wir standen dann aber trotzdem in der Mitte der Schlange und entschieden uns relativ schnell für Sitzplätze, nämlich ganz hinten in der letzten Reihe. War zwar etwas eng, aber für nichtmal 2 Stunden Flugzeit ausreichend. In Paris kamen wir dann am Flughafen Orly gegen 16 Uhr an. Der hatte den gleichen 70er-Jahre-Touch wie Schönefeld, aber er war etwas größer. Schön war die Ansage-Melodie, die schlich sich mit so einer seltsam melodiösen Welle an, so daß man sie erst wahrnahm, als die Ansage kam. Von hier aus kostete es 9 Euro bis zur City, inklusive dem Zubringerzug von Orly-Sur bis Antony. Übrigens ist dieser Flughafen-Zubringer-Zug (Genannt "ORLYVAL-shuttle") sehr modern, ohne Fahrer und trotzdem rasend schnell. Da wurde einem bei so mancher Kurve recht mulmig. Von Antony stiegen wir dann in den Regionalzug B3/B5 um in Richtung Aeroport Charles de Gaulle 2/TGV bzw. Mitry-Claye. Beim Gare du Nord stiegen wir aus. Bis hierhin hatte die Fahrt ca. 40 Minuten gedauert, also recht fix. Am Gare du Nord den richtigen Ticket-Schalter zu finden, war schwierig. Wir entschieden uns wie von einem Reiseführer empfohlen für die "Paris Visite Card", mit der man 5 Tage für knapp 26 Euro pro Nase das komplette Pariser Schienen- und Bus-Netz innerhalb der Zonen 1 und 2 nutzen konnte. Im Nachhinein hätten vielleicht Carnets (10 vergünstigte Einzelkarten für knapp über 10 Euro) billiger sein können, aber ich habe es nicht nachgerechnet. Das Ordern der Karten gelang in meinem gebrochenen Französisch, aber der Mann am Schalter war auch sehr geduldig und sprach sehr langsam (extra wegen mir, mit der Frau vor mir hatte er schneller gesprochen) zu mir und ich konnte ihn recht gut verstehen (Verstehen ist sowieso deutlich besser als selbst sprechen). Zu dieser Karte muß man sagen, daß sie personifiziert ist, man muß seinen Namen raufschreiben und man bekommt ermäßigten Eintritt in einigen Einrichtungen. Allerdings nicht wirklich in wichtigen, aber dazu später mehr.
Nun sind wir zu unserem Hotel gefahren, mit der
U-Bahn-Linie 5 in Richtung Bobigny/Pablo Picasso. Am U-Bahnhof Jaurès
stiegen wir aus und gingen ein paar Meter bis zur Avenue Secrétan 5,
sort befand sich unser Hotel: das LIBERTEL CANAL SAINT
MARTIN Hotel. Gebucht hatten wir es über
http://www.hotels-paris.fr, was ich deutlich empfehlen kann, da
man hier gute Tarife bekommt und vor allem auch mehr Informationen
über das Hotel, Bilder, Äußerungen von bisherigen Kunden usw. Wir
hatten ein Zimmer für 7 Nächte gebucht, per Kreditkarte, für knapp 400
Euro. Das mag viel klingen, es gab aber praktisch nur ein Hotel, das
noch günstiger war, nämlich eins direkt am Place Pigalle. Das war auch
von Kunden als äußerst laut beschrieben worden und ich vermeide es
grundsätzlich, das günstigste Angebot zu nehmen, meistens fährt man
mit dem zweitgünstigsten besser. So auch hier: das Hotel machte einen
sehr gepflegten Eindruck. Die Gegend war etwa vergleichbar mit
Kreuzberg oder Neukölln
und da stach das Hotel schon fast luxuriös
hervor. Gut, das Zimmer war klein, aber das hatten wir nicht anders
erwartet, schließlich brauchen wir bei Kurz-Urlauben dieser Art nur
einen Raum zum Schlafen und Klamotten ablegen. Es gab ein kleines
Badezimmer, mehr oder weniger ein Klo, eine Dusche und ein
Waschbecken. Also für unsere Zwecke ausreichend und innerhalb eines
recht guten Preis-/Leistungs-Verhältnisses. Übrigens konnte man von
unserem Zimmer, wie wohl häufig in dieser Stadt, direkt auf das
Sacre Cœur
gucken.
Nach dem Einchecken, welches übrigens englischsprachig machbar war
(bei Verhandlungen ist es immer besser, keine Mißverständnisse zu
haben, gerade wenn's ums Geld geht und mein Französisch ist nunmal
scheißbar...) verließen wir das Hotel so gegen 19 Uhr, um die Stadt ein
wenig in Richtung City zu erkunden. Gerade preismäßig wollten wir sehen,
ob die vielen "Paris ist höllisch teuer!"-Warnungen von vielen unserer
Freunde zutrafen. Rund um unser Hotel herum waren die Preise
erträglich, es gab Döner-Buden und arabische Imbisse und
seltsamerweise neben den erwarteten China-Imbissen viele japanische
Schnell-Restaurants. Und dort war das Essen nicht so teuer wie
befürchtet. Ab 7 Euro gab es ein Menü, wenn auch ohne Getränk.
Interessanterweise stiegen die Preise an, je mehr wir in Richtung City
kamen. Obwohl wir etwas östlich abdrifteten und beim
Place de la Bastille
ankamen, waren die Preise hier locker beim Doppelten angekommen.
Unter 12 und 14 Euro gab es hier kaum etwas zu beißen. Auf dem Rückweg
hatten wir uns doch für den türkischen Imbiß um die Ecke unseres
Hotels entschieden,
denn dieser hatte Merguez (!!!) im Angebot. Das wird hier, anders als
in Strasbourg, nicht nur mit der üblichen scharfen Soße namens Harissa
angeboten, sondern es werden neben dem Salat auch Pommes ins Brot
gekippt. Für 3,50 Euro ein recht reichhaltiges Mahl. Übrigens: Harissa
und Pommes paßt ja soooo lecker zusammen, das ist einfach eine
Explosion auf der Zunge, sehr empfehlenswert!
Im Hotel versuchten wir es kurz mit Fernsehen gucken, sie hatten sogar einen deutschen Kanal vom Satelliten dabei: ZDF-Kulturkanal oder so, völlig sinnlos. Der englische Kanal war nicht programmiert und die restlichen 30 Kanäle waren französisch. Sehr schräg: extrem viele Talkshows, viel Blabla, kaum Nachrichten oder Filme. Kann an der Uhrzeit gelegen haben, so gegen 1 Uhr morgens fielen wir dann tot ins Bett.
Tag 2: Treppenerfahrungen
Die Nacht lehrte uns, daß auch unser Hotel nicht gerade in einer leisen Gegend war. Da es Sommer war, mußten wir die Fenster auflassen, denn eine Klima-Anlage gab es nicht und der Ventilator hatte nur dann Sinn, wenn man mit ihm auch frische Luft reinbekam. Und mit offenem Fenster war es nunmal ziemlich laut. Aber dazu paßt das Blues-Brothers-Zitat am Besten: "Wie oft fährt der Zug hier?" - "So oft, daß Du's gar nicht mehr hörst." Und es stimmte, schon in der 2. Nacht hörten wir Bahn oder das Autogehupe kaum noch.
Aber zurück zu den Aktivitäten:
Heute haben wir gleich das volle Programm gemacht. Zuerst zum
Arc de Triomphe
(U-Bahn-Linie 1, 2 oder 6, Station "Charles de Gaulle
Étoile"), natürlich mit hochlatschen, ca. 300 Stufen. Kostet 8 Euro,
keinen Rabatt mit Paris-Visite-Card. Es hätte mit Museums-Karte Rabatt
gegeben, die kostet aber 36 Euro, die hatten wir nicht gekauft. Das
lohnt sich eigentlich auch nur, wenn man gut 10 Sehenswürdigkeiten
mindestens sehen will und darüber waren wir uns zu dem Zeitpunkt noch
nicht im Klaren.
Super Ausblick von oben über die ganze Stadt
und vor allem weniger Andrang als
beim Eiffelturm, hatte man uns gewarnt. Cymone sagte zuerst: Ich seh den
Eiffelturm gar nicht, ist der so klein? Zugegeben, es war ein
Positionsproblem. An der richtigen Stelle konnte man
ihn
natürlich gut
sehen und er war natürlich deutlich höher als der Triumphbogen.
Danach sind wir über den Champs-Elysées flaniert. Um nochmal auf das Thema
"ach so teure Stadt" zu kommen: Wir konnten das bisher nicht
nachvollziehen, denn es gab wie am ersten Tag beschrieben, auch billige
Gegenden, z.B. rund um unser Hotel bzw. um die Bahnhöfe Gare de l'Est
oder Gare du Nord. Der Champs-Elysées dagegen war echter Nepp.
Laut den ausgehängten Karten gab's kaum Essen
unter 25 Euro, 'ne popelige Cola war ab 5 Euro zu haben und ein
"Midi", das ist ein Viertelliter Bier, gab's ab 8 Euro. Aber man
muß ja hier nix essen oder trinken. Wer's trotzdem macht, hat zu viel
Geld und darf mir gern was überweisen. Auf dieser Allee war leider
auch ein Disney-Store und so bekam Cymone ihren ersten Kaufrausch. Sie
steht nämlich auf Stitch und die hatten viel Lilo & Stitch-Zeug dort.
Übrigens relativ normalpreisig. Danach weiter Richtung Place de la
Concorde. Da der französische Nationalfeiertag naht, wurde schon viel
für die Parade am 14. Juli aufgebaut, abgesperrt usw. Das war etwas
nervig, man mußte wie bei der Fußball-WM in Berlin große Umwege machen
und das
Concorde-Monument (der Obelisk)
war schwer zu knipsen. Wenigstens waren die
Jardins de Tuileries normal betretbar und sehr entspannend. Am Ende
kommt dann der Louvre, aber das Museum war schon zu. Jedenfalls sagte
das ein Wachmann, der auf meine Frage, ob er englisch spräche,
"seulement français" antwortete, als ich jedoch mein französisch
runterquälte, er auf einmal doch englisch sprach. Dieses war uns
übrigens öfter passiert. Als ich das letzte Mal vor ca. 20 Jahren in Paris
war, schienen sie komplett einsprachig zu sein, nun können sie
zumindest englisch. Und waren früher die Deutschen aus ihrer Sicht die
Ärsche, sind es nun wohl die Amis (oder etwa die Engländer?).
Es schien grob unhöflich zu sein, in englisch eine Konversation zu beginnen,
fing man dagegen französisch stammelnd an, gingen die Ansprechpartner schnell
über in Englisch und man konnte sich gut unterhalten. Aber weiter im
Text. Nicht geschlossen war die Shopping Mall im Untergeschoß des
Museums, die in einem Stockwerk einen Food Court amerikanischer
Machart (schräg, das war USA in Reinkultur!) hat.
Das Essen ist zwar nicht gerade supergünstig, aber ok.
Danach latschten wir dann weiter über den Quai de Voltaire in Richtung
Tour Eiffel, also Eiffelturm.
Da war natürlich voll wie immer, obwohl es
schon dunkel war. Allerdings konnte man treppensteigenderweise rauf, das
war leerer und günstiger, dafür nur bis zur 2. Plattform (3,80 Euro). Um 22 Uhr
sich beim Fahrstuhl anstellen, während man 3 Stunden ansteht, der Turm
aber um 0 Uhr dicht macht, erschien uns etwas gewagt. Also Treppe.
Vor uns waren ein paar Amis, aber da die sowas wie Treppen steigen kaum
kennen, konnten wir sie bald überholen. Wer nun auf dem Eiffelturm
Nachtbilder machen will, dem kann ich nur abraten, schon auf Etage 1
wackelt der Turm so sehr, daß alles über 0,5 Sekunden
Verzögerungszeit unscharf wird. Das gleiche Problem hat man auch von
unten, da wird die Spitze nie scharf. Vielleicht können
Spiegelreflex-Kameras das besser? Meine Kamera kann das jedenfalls
nicht. Überhaupt hatte ich auf dem Eiffelturm das Gefühl, daß er nicht
gerade an einer guten Position stand. Klar, man konnte den
Triumphbogen gut sehen, aber das war's auch schon fast. Da wir
tagsüber nie auf dem Eiffelturm waren, kann ich nun nicht genau sagen,
ob es sich am Tag lohnt. Nachts dagegen: lieber sein lassen, oder sich
rechtzeitig anstellen und mit dem Fahrstuhl nach ganz oben fahren.
Wenn man genug Zeit hat...
Nach dem Turm-Erlebnis bemühten wir uns, schnell zur U-Bahn zu kommen, da die nur bis ca. 1:00 Uhr fahren, danach bleibt oft lediglich teure Taxe. Interessanterweise waren wir die einzigen, die sich abhetzten. Und das, obwohl die Umgebung etwas unübersichtlich ist. Die richtige Station zu finden ist nämlich nicht so einfach, weil man zuerst auf einen Bahnhof für Regionalzüge trifft. Man muß also etwas weiter laufen, um die Metro-Station zu erreichen. Wir schafften aber sogar nach das Umsteigen und kamen direkt bis Jaurès ohne laufen zu müssen. Denn nach diesen vielen Treppenstufen und einer halben Stadterkundung zu Fuß qualmten uns mächtig die Socken und wir zählten abends unsere Blasen an den Füßen.
Tag 3: Kaufrausch
Heute haben wir mal das Frühstück ausprobiert. 10 Euro sind definitiv zu viel für das bißchen, was dafür aufgefahren wurde. Aber was soll's, bricht uns ja kein Zacken aus der Krone, wir wollten es mal ausprobieren.
Danach dann Gothic-Kaufrausch. Zuerst die Läden rund um Les Halles abgeklappert, die ich aus dem Netz gezogen hatte. Z.B. das New Rock (ehemaliges L'Enklave), jaja, wie die Schuhe, in der Rue Turbigo 35 (Metro-Station Etienne Marcel ist etwas dichter als Les Halles). Da gab's auch genau solche, aber auch vieles mehr, interessanterweise billiger als in Berlin, wenn auch nicht wesentlich billiger. Dort lagen natürlich Flyer für Clubs und andere Klamottenläden und wir sind dann nur noch dieser "Verlinkungs"-Spur (da findet sich im Netz wirklich viel, also z.B. hier vorher gucken) gefolgt. Auf dem Weg zu den anderen Läden fanden wir dann noch mehr dunkles Zeug. So z.B. "Yellow Stone" in der Rue des Precheurs. Die hatten dort 2 Läden, einen eher Techno-lastigen und einen Metal/Gruft-Store und zwar direkt nebeneinander. Der Gruft-Store war recht günstig, wenn auch die dort bedienenden Asiaten etwas unfreundlich waren, weil wir sie beim Mittag störten.
Danach waren wir dann in den Hallen. Viel Billig-Zeug, vor allem Schuhe. Und relativ riesig, die Tendenz sich zu verlaufen und dadurch bestimmte Läden zu verpassen, ist groß. Allerdings verpaßt man nicht wirklich was, wenn man nicht alles in den Hallen sieht... Und dann gibt's noch Fnac. Teuer wie alles hier, was mit CD & Co. zu tun hat, aber eine riesige Auswahl! Danach dann zu Darkland (Rue Sauval), wo haufenweise deutsche Flyer für Goth-Parties in zig unterschiedlichen deutschen Städten auslagen (z.B. ein Trashcave-Flyer von der Mega-Party im August 2006!). Sehr schräg.
Schließlich sind wir zum Edemonium (Achtung, Flash-Grütze, Seite lieber meiden!) in der Rue du Plâtre gewankt. Zu teuer, aber saugeile Ringe! Hammer! Jetzt waren wir total abgeschlafft und brauchten einen Kaffee. Zufälligerweise stießen wir auf das Blackdog. Es befindet sich in der Rue des Lombards, die nächste Metro-Station ist Châtelet. Der Barkeeper war etwas mürrisch. Hielt uns wohl für Amis und dann auch noch Kaffee bestellen! Hätte ich wohl nicht in englisch anfangen sollen, aber wenn sie ihren Laden schon auf englisch betiteln ("Chien Noir" wäre doch auch gegangen), aber was rege ich mich auf... Netter Laden, aber die Klos waren schräg wegen der Suche nach dem "Abdrückknopf". Der ist irgendwo oben in die Wand eingemauert und durch diese seltsamen Fliesen und die schlechte Beleuchtung schwer zu finden.
Danach dann weiter mit der
Metro Richtung Norden, Pigalle. In der Nähe findet sich übrigens das
weltberühmte Theater
Moulin Rouge
In dieser Gegend sollten in der Rue de Douai 2 Stores
sein, die gab es aber beide nicht mehr (Ebenso sollte auch die Katabar dort sein, die haben wir aber
irgendwie vergessen). Wir trafen dann noch ein
Grufti-Mädchen mit ihrer Mum, die uns weitere Tips für Läden gab. Es
war etwas schwierig, weil mein französisch eher daneben ist und ihr
englisch so lala war, aber es ging.
Dann Richtung Heimat und in der
Nähe des Gare de l'Est bei einem Japaner namens Wako in der Rue
de Lafayette 208bis günstig gegessen, wenn auch meine Versuche, mit
Stäbchen zu essen, immer noch ziemlich daneben sind.
Dann zurück ins Hotel, etwas ausruhen und abends nochmal
zum Eiffelturm, da meine Kamera den Abend vorher einige Bilder
versemmelt hatte, weil ich durch irgendeinen dummen Bedienungs-Fehler
(ARGL!) die Pixelzahl runtergedreht hatte.
Als wir dort ankamen, wurde es richtig nervig, weil deutsche Fußballfans,
behängt mit schwarz-rot-goldenen Flaggen, bierselig "DEUTSCHLAND!"
brüllten. Gut, sie hatten irgendein Fußballspiel gewonnen, aber
trotzdem war das nicht der geeignete Ort, um sich auszulassen,
Geschichtsbewußtsein gleich Null. Am Champs-Elysées wäre es ja noch
gegangen, aber so... Dazu kamen dann noch 2 deutsche
Mädels, ebenfalls fahnig beumhangt. Sie gaben ihr Bestes, um
klarzustellen, daß die Generation Pisa da ist. Und das war
beidseitig, so wie's aussieht, gehören wir zur Generation der "alten
Säcke", denn nur ältere Franzosen fanden das, wie wir, daneben.
Jüngere Franzosen fanden das völlig normal. Vielleicht ist ein Europa
der Nationen doch bald Vergangenheit, wenn höchstens noch die
Sprachbarriere Verständnisprobleme auslöst. Nationalstaaten adé?
Danach vom Pigalle aus
nach Hause gelaufen, denn die U-Bahnen fahren nur bis ca. 1:00 Uhr.
Kurz vor Stalingrad/Chapelle bauten sie einen Flohmarkt unterhalb der
U-Bahnbrücke der Linie 2 auf. Wir hatten uns das aber nächsten Tag
trotzdem geschenkt. Übrigens wird immer wieder vor der bösen Gegend
rund um Stalingrad gewarnt. Wir können uns das kaum erklären. Ja, es
gab durchaus am Kanal Zelte der Clochards
(das Phänomen gibt's dort überall, ich habe leider nur ein
Seine-Bild
zur Verdeutlichung), aber wir wurden nie blöde
angemacht oder so und wir waren öfter zu Fuß durch dieses Areal
gelatscht. Ich muß sagen, rund um Les Halles ist es abends etwas
seltsamer von der Stimmung her. Da hatte man eher das Gefühl, daß,
wenn die Dunkelheit aufzieht, die Drogendealer aus ihren Ecken
kriechen. War aber, wie gesagt, nur ein Gefühl...
Tag 4: Ruhig anfangen, wild ausklingen lassen
Zuerst sind wir im Parc des Buttes Chaumont gewesen.
Schön ruhig ung in der Mitte
tolle Aussicht von einem
Denkmal
aus.
Dann ging's zum
Sacre Cœur,
da konnte man
unten in die Crypta (free) und für 5 Euro nach ganz oben. Sehr
empfehlenswert, weil kaum jemand mitbekommt, daß man da rauf kann!
Hm, nach diesem Text könnte sich das ändern... Mir egal, ich war ja
schon da. :)
Cymone hat dann noch etwas Schnickschnack gekauft und ich
Billig-Shirts und Hemden bei Tati. Nun nochmal ins Darkland. Cymone
verbrüderte sich mit einem Verkäufer, wegen der Trashcave-Flyer
und mußte dafür dann Darkland-Flyer mitnehmen, um sie in Berlin in den
Clubs auszulegen.
Nun machten wir einen Abstecher zur Île de la Cite, zur
Kirche Notre Dame.
Es war zwar noch nicht dunkel, trotzdem ließ man uns
nicht mehr auf die Türme (irgendwie kann man auf jedes Bauwerk dieser
Stadt klettern, die brauchen wohl Geld), da sie schließen wollten. Wir
sollten nächsten Tag wiederkommen, möglichst gegen 10, sonst wäre die
Schlange zu lang. Wir gingen einmal um die Kirche rum und sahen auch
mal kurz rein und danach trabten wir ab in Richtung Hotel, denn wir
wollten uns noch ein wenig
ausruhen, bevor wir abends mal das Nachtleben testeten.
Leider gewannen die Franzosen unerwarteterweise das Viertel-Finale der
WM gegen Brasilien und
so verstopften sich sowohl Straßen als auch U-Bahnen mit "Allez les
bleus"-gröhlenden Fußball-Fans. Sowas Blödes, da flüchten wir vor der
WM und dann holt uns der Mist wieder ein. Wer konnte denn ahnen, daß
die so weit kommen würden? Bezeichnenderweise war der
Nachtclub, zu dem wir wollten, in Pigalle-Nähe und dort wurde natürlich
am kräftigsten gefeiert. Mit "Kofferraumspringen": Autos fahren am
Kreisel des Pigalle vorbei und müssen angesichts der Fülle der Straße
im Stau stehen bleiben. Dann nahmen ein paar Fans Anlauf (!) und
sprangen mit voller Hingabe auf die Kofferraumhauben der jeweiligen
Autos, die ja nicht weg konnten. Da lag ein wenig Gewalt in der Luft
und die verbeulten Autos sahen wirklich unschön aus nach so einer
Sitzung (oder "Bespringung"). Schließlich gelangten wir zur Party mit
dem schönen Namen Bal de Vampyres. Die Party
fand statt in der Rue LeChapelais 7 (Metro-Station La Fourche). Das
soll sie jeden ersten Samstag im Monat, aber im August scheint es
keine zu geben. 14 Euro Eintritt (HUI! Wat teuer!), aber wenigstens
ein Freigetränk und von 22 Uhr bis Mitternacht Happy Hour mit halben
Preisen. Preise waren relativ ok, Normal-Preis für eine Cola 2 Euro
und ein Desperados für 3,50 Euro. Wieder was Schräges: Hinter dem
Tresen hatten sie Dosen und Flaschen, ausgehändigt bekam man
allerdings nur Plastikbecher. Die gingen aber nur bis 0,4l. Die
Desperados-Dose dagegen hatte 0,5l Inhalt. Mal abgesehen davon, daß ich
dieses Bier noch nie vorher in einer Dose gesehen hatte. Keine Ahnung,
was sie mit dem Rest Bier machen, wahrscheinlich wegkippen? Ab 0
Uhr fing der DJ an, mehr 80s zu spielen und fing lustigerweise mit
Eisbär von Grauzone an. Die Animositäten zwischen Franzosen und
Deutschen scheinen wirklich endlich vorüber zu sein, denn vor 20 Jahren
wäre es nicht möglich gewesen, deutschsprachige Lieder in französischen Clubs zu
hören. Gegen halb zwei war es dann auch etwas voller, es blieb
aber überschaubar. Von einer so großen Stadt hatten wir etwas mehr
dunkles Nachtleben an einem Samstag erhofft, vor allem, wo es doch so viele
Gothique-Stores gab.
Der Rückweg und die Nacht blieben laut: "Allez les bleus!"
und wildes Gehupe hielten uns ein wenig vom Schlaf ab...
Tag 5: Lockerer Sonntag
Und noch einmal zum Notredame, aber für die Turmbesichtigung war's
zu voll, es hieß, wir müßten 2 Stunden anstehen. Also weiter zu den
Katakomben. Der Eingang befindet sich am Place Denfert Rochereau,
direkt bei der gleichnamigen U-Bahn-Station. Supergeil! Besonders im Sommer
sehr empfehlenswert, da schön kühl! Jedenfalls ist die Aufschichtung
der
Schädel und Knochen
sehr gelungen, das war ein echtes Highlight!
Und für 5 Euro pro Nase bestimmt nicht zu teuer. Raus kommt man fast
bei der Metro-Station Alésia, obwohl es laut Majestix nie ein Alésia
(und noch lustiger
gegeben hat...;-)
Übrigens habe ich natürlich noch mehr Fotos dieser und von vielen
anderen Paris-Gegebenheiten auch in meinen
Photo-Alben. Wem das immer noch nicht reicht, der kann auch die
"virtuelle Tour" durch die
Katakomben machen.
Nun zum
Friedhof Montparnasse.
War ich vor Freude in den Katakomben der
Herzattacke sehr nahe, war es nun Cymone, die fast 'nen Herzkasper
bekm. Friedhöfe sind nicht ganz so mein Ding. Obwohl die Friedhöfe in
Paris wegen ihrer "Steinnatur" durchaus ihren Reiz haben. Und zum
Entspannen sind Friedhöfe natürlich immer klasse.
Dann weiter zum Tour
Montparnasse (Metro: Montparnasse-Bienvenüe), der
verkannten Sehenswürdigkeit der Stadt.
Laut Reiseführer finden die Pariser dieses Gebäude häßlich und es
würde die Gegend verschandeln. Meiner Meinung nach das
Gebäude-Highlight, wenn man eine schöne Aussicht von einem hohen
Gebäude haben will. Mit Paris-Visite-Card war es tatsächlich mal günstiger,
normal hätten wir 18 Euro zahlen müssen und so nur knapp 12 (also für beide
zusammen!).
Der Stil des
Wolkenkratzers
ist übrigens ähnlich dem Ex-World-Trade-Center in
New York, nur eben nicht ganz so hoch: 59 Etagen statt 110 (56 mit
Expreß-Fahrstuhl, die letzten 3 zur Aussichts-Terasse zu Fuß).
Ansonsten fast eine Kopie der US-Türme, sogar das Geländer auf der
Aussichtsplattform sah ähnlich aus! Die
Aussicht war wirklich beeindruckend und persönlich kann ich diesen
Turm nur empfehlen! Wieder was Schräges: geht man die Treppen von der
Aussichts-Plattform am Schluß runter, findet sich im Treppenhaus
diese Werbung.
Wat ham wa jelacht!
Dann weiter auf unserem Ritt durch die Stadt in Richtung La Défense.
Hier steht der
"Grande Arche",
sozusagen der neue Triumphbogen. Hier
hätte man auch rauffahren können, das schenkten wir uns aber, da diese
künstliche Wolkenkratzer-Stadt zu weit draußen war und man sich dafür
hätte abhetzen müssen, denn die machen dort um 20 Uhr dicht und wir
waren erst gegen 19:00 Uhr dort. Wenn man weniger
Zeit hat, sollte man sich La Défense komplett schenken. Das sage sogar
ich, der auf die Moderne steht. Dieses Viertel ist schlicht sinnlos.
Nun machten wir uns auf in Richtung Champs-Elysées, wo Cymone nochmal bei
Disney reinschneite und ich beim Warten einen 4er Pack Flics sah, von denen 2
einen Knüppel gleich in der Hand trugen und einer eine Flasche
Reizgas. Dann noch zu Virgin, die an dieser teuren Ecke erstaunlich
günstige Angebote hatten. Nun noch auf den Arc de Triomphe, in der
Hoffnung, nächtliche Verzögerungsbilder zu machen. Die Hoffnung
zerschlug sich, weil die Absperrung zu stark wackelte. Von unten habe
ich dann wenigstens noch
schöne Bilder
gemacht. Dann Richtung Jaurès und mal
wieder japanisch essen. Das war schwierig, da Sonntag abends alles früher
zu war. Das Essen war besser, aber die Vorsuppe war mir zu kräftig.
Insgesamt wie beim anderen Japaner ca. 26 Euro für beide zusammen
bezahlt, inklusive Getränke. Dafür gab's
keinen Abschlußschnaps, Grummel.
Tag 6: Knieprobleme
Morgens dann mal das McDoof-Frühstück ausprobiert, das war sogar recht
brauchbar. Ein paar asiatische Touristen versuchten, in gebrochenem
Englisch zu bestellen, aber niemand bei McDonalds konnte ihnen helfen,
da keiner der Angestellten englisch sprach. Mit Händen und Füßen haben
sie's dann hinbekommen. Danach hatten wir uns dann endlich aufgerafft
in Richtung Notre Dame. Wir standen etwas über eine Stunde an, um dann
endlich von oben runtersehen zu können.
Tja, bei der ganzen Sache sollte man mal erwähnen, wie nervig diese
ewige Treppensteigerei ist. Cymones Knie war mittlerweile am Ende und
auch ich fühlte, daß beintechnisch bald die Luft raus ist. Wir
schafften es schließlich noch ins
Centre Pompidou
. Eigentlich mag ich
moderne Kunst, aber in diesem Museum kann man glatt die Hälfte als
öden Müll vergessen. Aber immerhin war ich von der anderen Hälfte
hellauf begeistert. So gab es einen weißen Raum, in den in die Mitte
auf eine Art Scheibe blaues Neonlicht projiziert wurde. Man bekam
sofort Kopfschmerzen und es wurde mir etwas schwindelig. Dann war eine
Sonder-Ausstellung amerikanischer Künstler noch sehr nett, da gab's seltsame
Bild-Effekte und relativ wirres Zeug, aber sehr interessant! Dumm nur,
daß Cymone mit moderner Kunst so gar nix anfangen kann und noch dazu
ihr Knie schmerzte. Deshalb machten wir doch einen relativ schnellen
Rundgang und setzten uns danach erstmal in die U-Bahn. Zuerst holten
wir aus einer Apotheke ein "Gummi-Knie", eine Genouière, damit stand
weiterem Wandern nicht mehr ganz so viel im Weg. Dann ging's weiter
mit der U-Bahn in Richtung
Montmartre-Gegend (also da, wo auch das Sacre Cœur steht).
Dort haben wir ein wenig Shopping betrieben und dann versucht, den
Montmarte-Cimetère, also den Friedhof der Berühmten,
anzusehen. Am Schluß waren wir dann wieder in der Notredame-Gegend,
also so um die Dunkelwerd-Zeit. Eigentlich soll dann die Gegend rund
um die "Île de la cité" gefährlich sein, wegen Dealern usw. Die
scheinen aber eher direkt vor Les Halles rumzulungern. Und nachts
sieht die
Zentralkirche der Stadt
wirklich spitzenmäßig aus! Natürlich wieder völlig tot ins Bett
gefallen... Kurz vorher hatte ich noch den Versuch gewagt, TV zu
gucken, aber das konnte man doch knicken, mal abgesehen davon, daß ich
einfach eingepennt bin...
Tag 7: eigentlich letzter Tag...
Heute war unser offiziell letzter Tag vor der Abreise. Da wollten wir
eigentlich in den Louvre. Dumm nur: es war Dienstag und da hat der
Louvre
dicht. Ich hatte mich schon gewundert, daß es so leer war.
Zuerst dachte ich: Dreck, hätten wir das mal getauscht, gestern Louvre
und heute Pompidou! Aber weit gefehlt, alle Museen haben Dienstags
dicht. Cymone war am Boden zerstört, denn sie hatte sich total auf den
Louvre gefreut. Und ich war schuld mit meinem "Müll-Museum"...
Tja, da der Haussegen nun etwas schief hing, dachte ich, könnten wir
wenigstens mal etwas relaxen. Wir machten uns also auf Richtung
Eiffelturm,
.
denn den hatten wir z.B. aus Trocadero-Sicht tagsüber noch nicht
gesehen. Außerdem befindet sich der Eiffelturm dicht am Seine-Ufer,
von wo dann die Ausflugs- und Touristenschiffe durch den Fluß
schippern. Und das hatten wir ja bisher auch noch nicht gemacht: eine
Bootstour. Wir entschieden uns für "Batobus", einem Dienstleister, bei
dem man eine Tageskarte kauft und dann den ganzen Tag auf den
Zwischenstationen ein- und aussteigen kann, wie man will. Es ist nicht
so viel teurer wie die anderen Boote und man hat halt diese nette
Option. Außerdem schien es recht schnell zu sein, allerdings waren
auch die anderen Boote nicht gerade lahm, auf der Seine läuft quasi
immer eine Art Dauerrennen zwischen den Schiffen. Insgesamt kann ich
so eine
Bootstour
nicht empfehlen. Die Seitenmauern sind zu hoch und man kann immer nur
die obere Hälfte der Gebäude sehen. Außerdem war es recht heiß trotz
offenem Boot und durchaus etwas Windzug. Schräg war, daß die
Sprecherin, die alle Ansagen auf französisch, englisch und deutsch
machte, eine Deutsche war und man in allen ihren Fremdsprachen
keinerlei deutschen Akzent erkennen konnte. Ein Naturtalent, wie
Desirée Nosbusch, die anno ruck einen Grand Prix d'Eurovision souverän
in zig Sprachen runterbrezelte. Da kommt man schon ins Grübeln: früher
wäre man mit solchen Fähigkeiten also ins Fernsehen gekommen, heute
belatschert man damit Touristen auf einem Ausflugsdampfer.
Ok, der Rest des Tages war unspannend, also wirklich mal relaxing. Da
Cymone total traurig war über den verlorenen Louvre-Besuch, versprach
ich ihr, daß wir das nächsten Tag versuchen werden. Unser Flug war
erst gegen Nachmittag um 15:45 und der Louvre macht um 9 Uhr morgens
auf. Also dachte ich mir: packen wir unser Gepäck auf dem Gare du Nord
in ein Schließfach (also nach dem Hotel-Checkout) und gehen dann los.
Zurück müssen wir dann sowieso beim Nordbahnhof in eine Schnellbahn
einsteigen, in Richtung Flughafen. Also hatten wir uns das mit den
Schließfächern am Nordbahnhof angesehen. Das sah gut aus und so stand
die Hektik-Planung des nächsten Tages fest. Am Abend sind wir nochmal
durch die Stadt gezogen, vor allem zum Pigalle und dem
Moulin Rouge,
.
welches schöne Effekte bei Nacht liefert, wenn sich die Mühle dreht.
Abends haben wir dann noch gepackt und alles für eine möglichst
schnelle Abreise vorbereitet.
Tag 8: jetzt ist endgültig Schluß!
Morgens also mit großer Hektik schon um 7 Uhr aufgestanden. Das Checkout dauerte recht lange, aber immerhin gab es eine korrekte Rechnung und später wurde auch genau dieser Betrag von der Kreditkarte abgebucht. Insofern kann man dieses Hotel wirklich empfehlen, alles genauso wie man es haben will. Wie wir es haben wollten, zumindest.
Nun haben wir den Plan in die Tat umgesetzt. Bei McDonalds noch schnell einen Espresso zum Wachwerden reingeschoben und das Gepäck beim Gare du Nord aufgegeben. 9 Euro für ein großes Fach, aber schließlich ging's ja um den Louvre. Dann ab in die U-Bahn und Richtung Museum gefahren. Natürlich standen sie bei der Pyramide an wie blöde. Aber in jedem Reiseführer steht drin: nicht den Haupteingang unter der Pyramide nehmen, sondern den Seiteneigang beim Porte de Lions. Und tatsächlich. Um 9 Uhr da gewesen (die machen genau um 9 auf). Und um 9:01 schon drin. Wir waren die einzigen beim Nebeneingang...
Eigentlich wollte Cymone ja die Bilder sehen. Leider war beim
Nebeneingang der Skulpturen-Teil im Mittelpunkt. Wir sind also
losgehetzt, damit sie ihre Bilder sehen konnte. Mich interessierten
die Bilder ja nicht so, aber
eine der Skulpturen
machte mächtig was her. Die Bilder selbst fand ich eher öde, besonders
von den Themen her: Portraits, Religion, Krieg. Portraits, Religion,
Krieg. Hin und wieder Naturkatastrophen. Ein Bild hatte es mir
angetan, da hatte der Maler einen
Vulkanausbruch (oder im
Vollbild. Dank an Ralf, der
die Abbildung nach meiner Beschreibung rausgefunden hat!)
festgehalten. Es ist von Michael Wutky aus dem Jahr 1780 und ich es verdiente
wirklich meine gesteigerte Aufmerksamkeit! Was ich von der Mona Lisa
nicht sagen kann. Ich hatte zwar gedacht, das Bild sei noch winziger, aber
auch so war es klein genug. Und dann gab's immer mächtig Wind, wenn
Leute Bilder machten. Also quasi die ganze Zeit. Überall standen
Schilder mit "No Pictures" usw. in ziemlich vielen Sprachen und vorne
brüllte das Personal das auch dauernd. Trotzdem blitzte es hin und
wieder, die dürften abends total heiser sein. Übrigens hatte ich
Werbeschilder gesehen, die daraufhin deuteten, daß man am
"Museum-ist-zu-Tag" Führungen für größere Gruppen anmieten kann.
Insofern lassen die das Museum nicht, wie fälschlicherweise
angenommen, einen Tag brach liegen zum Putzen oder so. Nach gut 3
Stunden waren wir aus dem Louvre raus, machten uns zum Nordbahnhof
auf, holten unsere Sachen aus dem Schließfach und fuhren Richtung
Flughafen Orly. Dort verbrachten wir auf dem 70ies-Airport immer noch
viel zu viel Wartezeit, bis es endlich Richtung Heimat ging.
Fazit:
Ich würde wohl wieder hinfahren. Cymone auch. Sie ist sogar Feuer und Flamme für diese Stadt. Es ist mir, ehrlich gesagt, etwas unklar. Die Stadt war nicht gerade günstig und so viel Schnickschnack und Klamottenläden gab's nun auch nicht, noch dazu hat sie ja stark gelitten mit ihren Knien. Ich hatte eher vermutet, daß sie so schnell nicht wieder hinfahren möchte, aber weit gefehlt! Sie plant schon einen weiteren Trip! Aber das muß erstmal mindestens 2 Jahre warten, schließlich war es letztlich doch ein Urlaub, der preislich mit 2 Wochen Kanaren mithalten kann, obwohl man klar sagen muß: Paris ist günstiger als sein Ruf!
Prinzipiell ist die Situation für Deutsche besser geworden, früher war man als Deutscher ja untendurch. Sie verstehen zwar Deutsch nicht besser, meistens können sie doch eher englisch. Aber wenn man gleich auf englisch anfängt, hat man verkackt, weil sie einen für 'nen Ami halten und die mögen sie zur Zeit gar nicht. Ob das an den "Freedom Fries" liegt, weiß ich nicht, aber wir hatten sogar mal ein Regal mit US-Import-Ware erblickt, da stand dann drunter: "The evil empire". Gibt man sich dagegen als deutsch zu erkennen, bleiben sie freundlich und fangen sogar an, langsam zu sprechen!
Die Paris-Visité-Card ist vielleicht nicht jedermann's Sache, für uns hat sie sich eigentlich nur wegen dem Montparnasse-Turm gerechnet. Ansonsten wären Einzelfahrscheine im Carnet (10er-Bund) billiger gewesen. Die Metro fährt nur bis knapp 1 Uhr, danach sind selbst Taxis nur schwer zu bekommen. Ebenso macht der Eiffelturm um 0 Uhr zu. Bei den Fahrstühlen anstehen kann aber abends bis zu 2 Stunden Wartezeit und tagsüber bis zu 3 Stunden bedeuten. Die Treppen bis zur 2. Etage gehen oft schneller und sind günstiger, dafür ist man dann aber nicht ganz oben. Muß man selbst entscheiden, wir haben uns "ganz oben" geschenkt, weil die Zeit zu kostbar ist für sowas.
Auf den Notredame würde ich auch nicht mehr gehen. Die Kirche ist zwar recht hoch, aber man wird oben ziemlich rumgescheucht, weil alles so klein ist, es passen also nicht viele Leute auf den Turm drauf. Darum also 1 Stunde Wartezeit, bis man reingelassen wird... Also versuchen die einen nach 5 Minuten Ausblick wieder runter zu jagen. Und allzuviel sehen kann man trotz der Höhe nicht, weil die Kirche irgendwie optisch schlecht steht, man hat den Eindruck, sie ist zugebaut.
Auf den Bahnhöfen gibt's Getränkeautomaten. Dort kann man z.B. Pupsi oder Orangina kaufen. Letzteres ist deutlich billiger als bei jedem Imbiß, deshalb unbedingt empfehlenswert, vor allem, weil sie aus dem Automaten immer superkalt sind! Ich liiiiiebe Orangina!
So, mehr wird sicherlich im Laufe der Erinnerungsphasen hinzukommen. Einfach öfter mal reinschauen!
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