Mallorca-Tagebuch

September 2006

von UWP

UK-Flag Sorry, this page is only available in german ! US-Flag

Anzeige:
T-Shirt Shop von Dicke-Aersche.de

FORTSETZUNG vom 1. Teil

Tag 12: Nochmal ausgiebig relaxen am Strand

Vom Singen einer Schleifmaschine sind wir um 9:30 geweckt worden. Grmbl... Wahrscheinlich der Bruder unserer Putzfrau... Er mußte unbedingt ein Stück Metall für den Supermarkt auf der Straße zurechtschleifen. Zur Strafe boykottieren wir nun diesen Supermercat. Gestern abend gab uns Salvatore einen Tip: Costa de los Piños Costa de los Piños sei leer. Stimmte auch, aber dazu war es sehr müllig. Also weiter nach Canyamel. Dort war zwar rote Flagge, aber auch Ebbe, also Pillepalle, deshalb: rin da! Später am Nachmittag kam dann Flut mit starker Unterströmung. Da ich mich trotz flachem Sand nicht aufrecht halten konnte, war jetzt die rote Flagge wohl angebracht. (*hüstel*)
Danach Duschen im Hotel und los nach Alcudia zum Mampfen (haben wir einen britischen Geschmack? Aber in der Hölle sind doch die Engländer die Köche! Harhar...). Diesmal sollte es indisch sein, genau deshalb machten wir uns wieder auf zur britischen Gegend. Wir wählten das New Delhi 1 in der Carrer Hostelera 2 in Port d'Alcudia. Es war mäßig gefüllt und natürlich teurer als andere Restaurants, denn indische Läden sind oftmals teurer. Obwohl der Laden wohl gut für 80-100 Gäste ausgelegt ist, schaffte der Koch es erst in 45 Minuten, unser Essen zu machen. Was machen die eigentlich, wenn der Laden voll ist? Drüben beim Chinesen den Koch ausleihen? Egal, das Essen war super! Ich hatte sauscharfes Chicken Vindaloo und dazu Chili-Nan-Brot und Cymone Vegetables Jalfrezi, ebenfalls heftig scharf. Und obwohl beide Portionen klein aussahen, füllten sie uns gut aus. Auch der Pilao-Reis, ein leichter Duftreis, war lecker. Normalerweise mag ich Duftreis nicht, aber hier war das Aroma ganz zart. Mit anderen Worten: trotz langem Warten bekommt man was für sein Geld, der hohe Preis ist gerechtfertigt. In der Nacht habe ich zwar nicht unbedingt Montezumas Rache bekommen, aber es könnte durchaus sein, daß sie das Klo wegen den Brandlöchern austauschen müssen...

Tag 13: Halbinsel Alcudia

Obwohl Salvatores 1. Tip gestern nicht so prickelnd war, probierten wir heute seinen 2. Tip aus: Cap Gros auf der Halbinsel Alcudia. Das war gar nicht so einfach zu finden, am besten Richtung El Pas/Ermita de la Victoria bzw. Victoria ab Alcudia halten. Dann immer geradeaus. Ist man bei der Zona Militar angelangt, wo man mit dem Auto nicht mehr weiter darf, ist man etwas zu weit. Zu Fuß den Weg weiterlaufen ist ebenfalls schlecht, weil einem Soldaten, die plötzlich neben einem herfahren, freundlich, aber bestimmt drauf hinweisen, daß man im Sperrgebiet nix zu suchen hat ("Calle cerrada!"). Also sind wir die Straße wieder zurück gefahren und nach kurzer Zeit findet sich rechts am Wasser ein Restaurant mit kleinem Steinstrand, Strand vor Cap Gros wirklich sehr idyllisch. Wenig Leute, flaches Wasser. Eigentlich ideal zum Tauchen, aber das Wasser war total trübe, schade.
Das Restaurant ist sündhaft teuer, Eis beim doppelten Preis wie sonst und einen Tortilla, der meistens maximal 5,50 Euro erreicht, gab's hier für 7 Euro, im Mittel gibt's sowas für 4,50 Euro. Monopol halt, hier gibt's Kilometerweit nix. Dann noch mal 'nen Abstecher nach Cala Pi gemacht und am Schluß nochmal nach Palma, diesmal bummeln bei offenen Läden, denn wir hatten noch knapp 3 Stunden bis 20 Uhr. Wir haben vereinzelt sogar dunkel gekleidete Personen gesehen und auch tatsächlich einen Goth-Store gefunden: Free Style oder Free Styler im Shopping Center unterhalb des Plaza Major. Plaza Major Dort hing auch ein Plakat zu einem Abend-Event der Vorwoche in Santa Maria. Wir hatten von einem Punk-Festival in Santa Maria am heutigen Freitag gehört, also merkten wir uns die Adresse: Gewerbegebiet, Sa Facturia. Jetzt weiter zum Festival-Park und angesichts diverser Hungergeräusche aus meinem Mund ("Hunger!") wollte ich mein geliebtes Bocatta-Bocadillo mampfen, was ich auch tat. Hier sah man mal das Festival: Karussells für Kinder hatten um 23 Uhr immer noch auf, High Live also, die Live-Bühne sollte auch bald losgehen, es war ja schließlich Wochenende. Wir suchten dann in Santa Maria das Gewerbegebiet, gaben aber angesichts unserer Müdigkeit auf und fuhren zurück.

Tag 14: Letzter echter Tag

Am letzten richtigen Tag gingen wir nochmal zum Markt in Cala Ratjada. War natürlich unspannend, schließlich kannten wir schon alles, andererseits aber auch kurz, weil wir lange geschlafen hatten. Am Hafen hatte Cymone dann noch ein recht gutes und günstiges Eiskaffee entdeckt, wo es ihr geliebtes Menta bzw. After-Eight-Eis gibt: Cafe La Luna, unter dem chinesichen Restaurant. Dann war Cymone eine nette Schädel-Tasche im Laden "Tattoos bei Wolle" (Leonor Servera 70, Cala Ratjada / Am Hafen) aufgefallen. Hier hatte sie vorher schon etwas Schnickschnack gekauft. Da der Visa-Kram nicht klappte (Zitat: "Kann man hier mit Viva bezahlen?" - "*lach* Von mir aus auch mit MTV") und wir nicht genug Geld dabei hatten, ließ sie sich die Tasche also bis zum Abend zurücklegen. Dann sind wir mit dem Auto nach Cala Mesquida gefahren, letztmaliges Stranderlebnis, *schnüff*. Danach zurück, Duschen, Safe auflösen (unsere Kohle war eh alle, von wegen günstige Insel) und auf zum Tattoo-Shop. Der hatte zu. Komische Sache, es standen Telefonnummern dran, aber überall ging nur ein AB ran, lustiges Spanisch der Dame übrigens, sehr fetter, deutscher Akzent. :) Also dachten wir, vielleicht machen sie heute später auf, es war 19:30 Uhr und theoretisch hätten sie ab 19 Uhr auf haben sollen. Also wollten wir erstmal essen gehen. Der Versuch, zum Essen nach Cala Millor zu fahren war eine blöde Idee, das ist wahrlich nicht der richtige Ort zum Essen, da wäre Alcudia angebrachter gewesen. Wir fuhren also zurück nach Cala Rajada. Es war nun 21 Uhr und ich laberte den Anrufbeantworter vom Handy des Tattoo-Ladens voll. Und siehe da: kurze Zeit später rief mich die nette Dame zurück. Da war das Problem gewesen, daß der eigentliche Verkäufer (Axel) krank geworden war und Wolles Katze angefahren worden war, weswegen niemand im Laden war. Wolle kam dann aber doch noch, und wir quatschten dann noch ein wenig, daß er früher einen Laden in Flensburg hatte und daß die Katze fast platt gewesen sei usw. Netter Typ, überhaupt ein netter, empfehlenswerter Laden, denn schließlich haben sie dort auch Klamotten, Gürtel, Buttons, Taschen, also nicht nur Tattoos und Piercings. Jedenfalls hatte Cymone nun ihre Tasche (die auch größentechnisch für den Rückflug nötig gewesen war), Wolle verabschiedete uns noch mit den Worten "Fliegt vernünftig!" und wir entschieden uns nun doch für den örtlichen Chinesen, direkt über dem Eis-Cafe La Luna: Zhong Hua, Carrer Paseo Colom. Das Essen war gut und günstig, die Bedienung war nur etwas erstaunt, daß wir die Spezialitäten von der englischen Karte (die auf der deutschen nicht drauf waren) bestellten. Die sind dort Sprachenwechsel echt nicht gewohnt. Bleibt bei einer Sprache, beim Chinesen am besten Englisch und alles geht glatt! Meine Methodik, das englische Essen zu nehmen, mit Cymone deutsch zu reden und auf spanisch die anderen Sachen zu bestellen, kam nicht gut an. Nun nochmals unten ein Eis geholt und ab zum Koffer packen. Vorher noch von Salvatore verabschiedet.

Tag 15: Home, Sweet Home...

In der Nacht hatte es gestürmt. Wir standen um 7:30 auf, denn ich wollte noch an der Ostküste entlang fahren, bis wir endlich am Flughafen ankommen würden. Wir verabschiedeten uns von der Dame des Hauses (Mist, ich weiß gar keinen Namen von der Exil-Berlinerin), die übrigens immer sehr nett zu uns war. Überhaupt war das Hotel Don Quijote eine Empfehlung wert, günstiger Platz, wenig Lärm, keine Suff-Idioten. Nun aber runter die ganze Strecke: zuerst Cala Bona. Cala Bona Öder Ort, kleiner und dreckiger Strand. Dann Cala Millor. Hier kam wieder eine fette dunkle Wolke auf und obwohl es regnete, verharrten die Leute am Strand unter den Schirmchen. Sehr schräg. Sie konnten ja nicht sehen, was für eine schwarze Wand da auf sie zukam, weil alles mit Hotels direkt an der Promenade zugeklotzt ist. Morgens war in Andratx, also auf der Westseite, ein Unwetter runtergekommen mit Hühnerei-großen Hagelkörnern, das hatten wir im Radio mitbekommen. Das drohte nun auch hier. Vor den Hotels standen ebenfalls Leute mit Handtüchern und Matratzen in der Hand. Diese hätten sich nur 3 Meter weiter bewegen müssen, bis zur nächsten Straße, um die schwarze Wand zu sehen, die am Horizont aufzog. Nein, sie warteten, daß der Regen aufhörte. Das tat er auch. Es wurde regelrecht heiß, obwohl keine Sonne zu sehen war. Spätestens das sollte doch ein Alarmzeichen sein, oder? Hitze ohne Sonne? Da muß doch wettertechnisch was im Arsch sein! Jedenfalls stürmten sie alle Richtung Strand, um die begehrten Plätze zu erhaschen. Kaum lagen sie eine Minute da, kam's richtig dicke, ich machte mich schnell davon, um zum Auto zu gelangen, ohne plitschnaß zu werden. Wir fuhren weiter, die Straßen fluteten mal wieder, weswegen wir in Sa Coma und S'Illot gar nicht erst anhielten. Weiter nach Portocristo. Immer noch Regen, also nicht anhalten. Das taten wir erst wieder in Cala Murada. Auch nur ein winziger Strand, also weiter. In Portocolom stank uns in der Sonne der Hafen entgegen. Da dachten wir noch: naja, Hafen riecht halt mal nach Kacke. Aber die Badebucht Strand von Portocolom dahinter, die eigentlich ganz schön war, roch genauso, würg. Nun war es spät genug (11 Uhr) und wir fuhren über Santanyi (Felanitx sollte man Sonntags lieber meiden, wenn man's eilig hat, da ist Markt und dementsprechend voll) Richtung Palma. Bei Hertz den Wagen abgeben, war nervig (2500 km standen auf dem Tacho...). Extrem voll. Dann der Flughafen selbst: riesig. Und die Fluginfos scheinen immer gebündelt auf den Monitoren zu sein, je nachdem zu welchen Checkin-Gruppen sie gehören. Also die Monitore in der Nähe der Schalter 160-200 zeigen auch nur deren Flüge an, was natürlich besonders blöd ist. Wir hatten Condor als Fluglinie und die hatten da ein Booth, an dem gleich die Checkin-Schalter aufgelistet wurden. Die waren schön leer, wahrscheinlich, weil niemand das System dahinter versteht. Übrigens: Ankunft ist im Erdgeschoß, Checkin im 1. OG (also laut Fahrstuhl 2. OG) und Boarding im 2. OG (laut Fahrstuhl 4.OG). Aber selbst beim Boarding läuft man ewig, der Flughafen erinnert schwer an große amerikanische Flughäfen wie Cincinatti.

Fazit:

Ich finde die Insel schön, wenn man auch an vielen Ecken merkt, wie zerstörerisch der Tourismus hier gewirkt hat. Einerseits wird sie dadurch an den Rändern in den Strandbereichen systematisch kapuut gemacht. Andererseits ist sie im Inland, von Autobahnbau mal abgesehen, relativ gut in Schuß. Auch sieht man Kleinode wie die Bucht von Cala Pi und beim Strand "Es Trenc" versucht man sich an Dünenschutz, ein Großteil der Strandböschungen sind abgesperrt. Es halten sich zwar nicht alle Touristen daran, einige sind auch hinter den Seilen zu finden, aber die Masse bleibt vor den Absperrungen. Insofern ist nicht Hopfen und Malz verloren. Cymone stießen auf jeden Fall die Menschenmassen negativ auf. Vielleicht ist Oktober die bessere Reisezeit. Oder Mai/Juni. November dürfte schon wieder etwas kühl sein, da nützen einem leere Strände auch nichts. Ach ja: wir hatten vorher immer gelesen, daß die Mallorquiner unfreundlich seien. Das kann ich nicht bestätigen, sie haben zwar ein wenig die Tendenz, einen manchmal zu ignorieren und haben immer eine gewisse Reserviertheit, aber wir wurden überall freundlich behandelt. Selbst mürrische Personen haben uns immer bedient, was sie z.B. deutlich vom Servicepersonal von Fuerteventura abhebt! Dort war man als Kunde oft der Arsch, was in Mallorca eigentlich nie der Fall war. Insofern, auch beim Service: Daumen hoch! (Hoffentlich kriege ich jetzt keine Klage von Wolfgang und Wolfgang an den Hals :))

Buchen:

Wir haben pauschal gebucht, bei Alltours, einem Billig-Anbieter. Diese Anbieter mögen manchmal suspekt sein, aber wir haben jetzt schon mehrere Alltours-Reisen hinter uns und wurden bisher nicht enttäuscht. Natürlich kommt man nochmal billiger weg, wenn man sich alles einzeln sucht, dafür muß man sich aber auf der Insel auskennen, um nicht nachher im schlimmsten Partylärm zu schlafen (also eher schlaflos). Da wir das erste Mal hinfuhren und auch Freunde und Verwandte kein einheitliches Bild beim Erzählen bieten konnten, setzten wir also auf eine Pauschalreise. Last Minute scheint nicht mehr so günstig zu sein, überhaupt ist Mallorca nicht ganz so günstig, wie wir erwartet hatten. Aber in jedem Fall lohnt eine Last-Minute-Buchung über das Internet nichts, da kommt man dann doch kaum um ein funktionierendes Reisebüro drumrum.

Strände:

Voll! Am Schlimmsten war S'Arenal oder auch Playa de Arenal. Auch Cala Agulla war etwas überfüllt. Andererseits wollen es nicht alle Leute entspannt haben, wir haben beobachtet, daß sich dort die Leute in Massen kennenlernen. Geht ja nicht anders, wenn sie so eng beieinander sind. Also, wer's braucht... Ach ja: absolutes Erkennungszeichen scheint die Luftmatratze Pool, gefüllt mit Luftmatratzen zu sein. Ohne geht gar nicht, da stirbt man wahrscheinlich einsam an der Hotelbar...:)

Sprache:

Hauptsprache ist zwar Katalan, also ein Dialekt davon, das Mallorquin. Aber soweit ich mitbekommen habe, sprechen fast alle dort in jedem Fall spanisch. Katalan findet sich fast nur auf den Schildern, Unterhaltungen laufen oft auf spanisch, das echte Katalan haben wir selten gehört. Wir hatten einen katalanisch-sprachigen Radio-Sender, danach hatten wir einen guten Vergleich. :)
In den typischen Touristengebieten geht deutsch total selbstverständlich: Cala Ratjada, S'Arenal, Cala Millor, Paguera. In den restlichen Gebieten kommt man mit englisch ebenfalls fabelhaft durch. Übrigens: nicht die Sprache wechseln! Das bringt die dort durcheinander. Die sind einsprachige Touristen gewohnt. Wenn man also in deutsch anfängt, bei deutsch bleiben, Gracias geht gerade noch so, aber nicht die Freß-Karte dann auf spanisch runterbeten (den Fehler habe ich öfter gemacht). Ebenso bei englisch. Englisch bestellen und sich gleichzeitig miteinander auf deutsch unterhalten ist für die quasi unvorstellbar. Wer in Cala Ratjada, Cala Millor oder S'Arenal bleibt, braucht nur deutsch. Ist quasi wie türkisch in Neukölln...:)

Verkehr:

Wir hatten uns ein Auto gleich mitgebucht. Angesichts recht hoher Preise war das auch vernünftig, billiger wären wir auch vor Ort nicht weggekommen. Eher teurer, da wir von zu Hause das günstige Auto buchen und meistens ein teureres bekommen, ohne zuzuzahlen. Vor Ort würden sie einem natürlich von vornherein nur das teurere anbieten. Der Wagen war supersparsam, aber die Spritpreise liegen nur unwesentlich unter unseren Preisen, im Schnitt 10-15 Cent. Auf den Kanaren waren es fast 50% Abschlag...
Der Verkehr ist relativ gemütlich, was man besonders auf der Autobahn merkt. Nur wenige nutzen das Speedlimit aus, egal ob Autobahn oder Landstraße, das kann manchmal ganz schön nervig sein. Überholen scheint eine Art risky Game für die zu sein, erst wenn's ganz knapp ist, lohnt sich wohl der Kick. Wir haben in den 2 Wochen 3 Unfälle gesehen. Davon 2 schwere und ein leichterer. Beim leichteren saß der verwundete Rollerfahrer noch aufrecht neben einem Baum. Beim anderen schweren Unfall mit Rollerfahrer haben wir nur gesehen, wie jemand auf einer Trage in den Krankenwagen gewuchtet wurde. Der 3. schwere Unfall war ein reiner Autocrash, allerdings mit Vorderachsenabriß eines der Fahrzeuge, muß also superheftig gewesen sein. Nein, nix live gesehen, auch keine Bilder gemacht. Aber es zeigt, daß Verkehr hier dicht ist und nicht ungefährlich. Ansonsten: innerorts 40 km/h, Landstraße ohne Standstreifen 90 km/h, mit Standstreifen 100 km/h, Autobahn 120 km/h. Promillewerte waren unklar, wir hatten mal 0,5 und mal 0,3 gelesen. Sicherheitswesten sollten immer im Auto sein, die muß der Vermieter mitliefern. Ohne Weste kostet es nämlich Straf-Euros.

Einkaufen:

Für die täglichen Kleinigkeiten tut's sicher der lokale Supermarkt im Ort. Aber selbst hier gab es schon enorme Preis-Unterschiede. Caprabo am Ortseingang von Cala Rajada war schon deutlich billiger als alle anderen Supermärkte im Ort. Dafür gab's hier leider nicht alles. Wenn man quer über die Insel düsen kann, empfehle ich einen von den zahlreichen Mercadona-Läden oder eben Al Campo an der Autobahn. Hier kaufen Einheimische, weswegen vieles günstiger ist. Achtung, gerade in Palma macht irgendwie alles um 20 Uhr zu, Sonntagsöffnung ist ebenfalls nicht selbstverständlich, es gab große Werbung für einen verkaufsoffenen Sonntag bei Al Campo. Insofern haben nicht nur wir hierzulande unter merkwürdigen Ladenschlußgesetzen zu leiden, das scheint zumindest auf den Balearen auch so zu sein. In den Touristengebieten dagegen hat meistens alles auf, bis auf die großen Supermarkt-Ketten wie Caprabo oder Eroski oder auch mal große Spar-Märkte.
Es gibt zig Wochenmärkte auf der Insel, teilweise an mehreren Orten gleichzeitig. Wir haben nicht alle gesehen, aber das wird auch nicht nötig sein. Hier gibt es eine vollständige Liste. Eigentlich gleichen sich die Märkte stark. Sie variieren lediglich in der Größe. Ansonsten gibt es immer einen Gemüse- und Obst-Teil und Schnick-Schnack-Stände von Afrikanern und Einheimischen. Dort kann man Taschen, Uhren Sonnenbrillen, Decken usw. kaufen. Nicht wirklich spannend, aber oft entspannend, weil Cymone im Gewühl wuselt, während ich mir die Leute oder die Gegend ansehe. Da sieht man so einiges Schräges bei.

Essen & Trinken:

Ganz wichtig: Eis! Unsere Favoriten sind Nestlé/Camy Cheesecake am Stiel, dann die diversen Zitro-Sorten in Calippo-Form: Nestlé Pirulo, Menorquina (Kalise) Aupa Limón, Frigo Calippo Limón. Dann natürlich von Menorquina Twix-Eis und Cymone mag immer sehr gerne das Bounty-Eis von denen. Ebenso gab es ein Dracula-Eis, das sie sehr mochte, das hatte einen leichten Patchouli-Touch, sehr seltsam (Soylent Green im Eisbetrieb?). Dann mochte sie noch gerne das gedrehte Pirulo von Nestlé.
Zum normalen Essen habe ich ja schon genug gesagt. Spanisches Essen ist oft fade. Wir essen häufig Fast Food aus Zeitgründen, mich nervt es total, ewig auf den Mampf warten zu müssen. Noch dazu gibt es beim auswärtigem McDoof oder McBurger andere Dinge als bei uns, z.B. den Eiskaffee. Auch wenn Fast Food genau wie hierzulande immer teurer ist als normales Essen. Hotelessen wollen wir nunmal nicht. Eines vielleicht noch: was immer teuer angepriesen und beworben wird, ist sein Geld nicht wert. Jedenfalls war das unsere Statistik. Der beste Wegweiser ist nach wie vor: ist das Restaurant gut besucht, kann man es wagen. Ansonsten gilt doch oft: Finger weg! Entweder man bekommt einen Magen-Katarrh oder ein leeres Porte-Monnaie.
Café Cortado gibt es hier, ist aber anders als auf den Kanaren. Häufig koffeinfrei (Hallo? Ich trinke Kaffee nur zum wach machen! Koffein ist genau der Stoff, den ich haben will!) und das mit dem "con leche y leche" verstehen sie auch oft nicht. Verständlicher wird es für sie, wenn man Café Bombom (also Bonbon, zuckersüß) bestellt, den gab's in unserem Lieblingscafé sogar in groß. Meistens natürlich Espresso-Größe. Da aber alles von Touris überlaufen ist und die oft keinen Blassen haben (die wollen glatt den ekligen Filterkaffee von Jacobs oder Tchibo haben, damit machen die Cafés sogar Werbung ! *würg* In der Hölle mögen die Engländer die Köche sein, aber die Deutschen sind da nicht nur für den Sicherheitsapparat zuständig sondern bestimmt auch für's Kaffee kochen!), lohnt es sich nicht für manche Restaurants, süße Kondensmilch aufzumachen, weil zu wenige den Café Bombom ordern. Da vergammelt die nämlich, insofern gibt's das also nicht überall. Wenn man also leckeren Café haben will, muß man irgendwo hingehen, wo Einheimische sitzen. Ja, Café können sie machen, die Spanier, egal ob nun Balearen oder Kanaren. Lecker!

Nachtleben:

Tja, da ist viel, allerdings fast nichts in unserer Kultur-Kategorie. Es gab ja diesen kleinen Grufti-Shop unter dem Plaza Major, noch dazu irgendwo in Santa Maria ein alternatives Festival-Gelände (also nicht der Festival-Park selbst), welches wir nicht gefunden haben. Wir hatten vorher im Web auch einen Gothic-Club in Palma gefunden, der aber schon vor längerer Zeit dicht gemacht hatte. Es blieb also nur das Excalibur (die Seite dazu hatte ich oben schon genannt, auch wenn es keine offizielle Seite ist), welches nunmal ein Metal-Pub ist. Das ist zwar ok, weil natürlich auch Rammstein oder Manson gespielt wurde. Nichtsdestotrotz ist es natürlich nicht ganz unser Geschmack, aber besser als alles andere, was es dort zur Zeit gibt. Es läßt sich gut darin aushalten, Heimatgefühle kamen auch auf nach dem Erblicken eines Aufklebers vom Jodelkeller, SO36, wobei ich schon ganz gern Gezappel gesehen hätte (von mir aus auch Headbangen, schüttelt euer Haar für mich!), aber es war nunmal ein Pub und kein Night-Club mit Tanz. Nach unserer Rückkehr hatte ich richtig Entzugserscheinungen und mußte abends dann erstmal in den Duncker gehen, um endlich wieder zappelnde Leute zu sehen...:)

Ortsverzeichnis:

Ralf war so nett, das hier vorher mal quer gegenzulesen, um Fehler auszumerzen. Dabei fiel auf, daß jemand, der noch nie auf Mallorca war, keinen blassen von den Örtlichkeiten hat. Deshalb binde ich hier ein paar Google-Maps-Informationen ein:

Mallorca generell, unterhalb Barcelona, dort, wo "Palma" steht, befindet sich die Insel, sie gehört zu Spanien und liegt vor der spanischen Küste im Mittelmeer. Rechts daneben, bzw. östlich davon befinden sich die Inseln Sardinien und Korsika. Hier die Balearen mal im Zusammenhang, nordöstlich von Mallorca befindet sich Menorca, südwestlich davon Ibiza und darunter die noch kleinere Insel Formentera. Jetzt wird die Insel schon klarer, mit den einzelnen Hauptorten und den Hauptstraßen. Cala Rajada am östlichen Zipfel gehört zum Ajuntament (oder auf spanisch Ayuntamiento) Capdepera, westlich davon liegt der Knotenpunkt des Nordostens Arta. Hier kann man auch sehr schön die Orte Cala Mesquida und Canyamel sehen, also die Orte mit den einzig brauchbaren Stränden. Unterhalb von Canyamel sieht man schon Cala Millor. Auf dieser Karte sieht man sehr schön Can Picafort (rechts unten), Alcudia und Pollença inklusive ihrer Häfen. Der nördlichste Zipfel nordöstlich vom Port de Pollença ist übrigens die Halbinsel Formentor mit dem Leuchtturm an ihrer östlichsten Spitze. Das sind die inneren Orte der Insel, namentlich Sineu (unten), Inca (links, hier führt auch die Autobahn von Palma nach Alcudia durch), Llubi (Mitte des Bildes) und Santa Margalida (rechts). Und nochmal der Nord-Osten, mit Manacor auf der linken Seite, rechts die Küste mit Cala Millor, südlich dann Sa Coma (würde man beim reinzoomen sehen), S'illot und weiter unten Portocristo. Rechts oben als Anhaltspunkt Portocristo, nach unten dann die Cala Murada und links im Land Felanitx. Links von Felanitx geht's nach Campos, also westlich. Rechts darunter dann Santanyi und links davon Sa Rapita, Ses Covetes (hier ist der Strand Es Trenc) und Colonia Sant Jordi. Cala Pi befindet sich wiederum westlich davon. Noch weiter westlich finden sich dann die ersten Ausläufer von Palma, mit der Playa Arenal, die nahtlos in die Playa de Palma übergeht. Östlich von Llucmajor endet übrigens die Autobahn, kurz vor Campos. Nun der Moloch Palma selbst und dann weiter südwestlich Palmanova (links unten) und noch weiter im Westen Peguera und Port d'Antratx. Aber kommen wir zu den letzten Karten, Valldemossa (links unten), Bunyola (rechts unten), Soller (oben), sowie nochmal den Autobahnstrang aus Palma raus mit Santa Maria, Sa Cabaneta und Marratxi.

Ich denke, das sollte als Orientierung genügen, oder? In den Google Maps kann man ja mit der Maus wandern und rein und rauszoomen.

Mehr Informationen: Radio / Zeitung / Internet

Es gibt einen Radio-Sender auf deutsch auf der Insel namens Insel-Radio auf 95,8 MHz. Ist relativ banal, für Bild-Zeitungs-Publikum gemacht. Da ich aber Tageszeitungsbanause bin, wir kein TV hatten und nur hin und wieder im Internet-Café waren, nahmen wir zumindest diesen Sender für Nachrichten. Hier ist meistens nur die erste Hälfte genießbar. Die zweite Hälfte der Nachrichten war fast immer Fußball und wenn sie irgendein Spiel eines Provinzvereins aus Hintertupfingen nennen konnten, Fußballfreie Nachrichten gab es leider nicht (*kotz*). Kurze Zeit hatten wir auch einen englischen Sender drin, aber meistens doch spanische, so z.B. Cadena 100 auf 97,6 MHz oder 40 Principales auf 94,1 MHz. "Cadena Cien" war dabei eher nachts rockig, tagsüber etwas viel Gelaber, während "Los Cuarenta Principales" sehr poppig war. Bei Cadena gab's vor allem mehr spanische Musik, allerdings ein bißchen viel Shakira... Hin und wieder ging sogar Kiss FM auf 89,5 MHz.
Ansonsten gibt es noch das Mallorca-Magazin, ebenfalls sehr Bild-like, aber mit lokalem Veranstaltungs-Kalender, den empfanden wir als brauchbar. Außerdem waren die Überschwemmungen sehr plastisch betitelt: "Oma aus dem Haus gespült!" Naja, Bild-style halt. Ansonsten bleiben Internet-Cafés. Die sind in den Urlaubsgebieten rar gesät und machen früh zu, meistens um 22:30 Uhr. Einzelne Hotels haben Geräte mit Münzeinwurf. In Alcudia haben wir diverse englische Pubs mit Internet gesehen, da dürfte es länger gehen, aber auch teurer sein. Die Stunde kostet zwischen 2 (in deutschsprachigen Gebieten) und 3 Euro (in englischsprachigen Gebieten). Meistens umlagert von Kids, die da ballern oder andere Spiele spielen wollen, also immer gut gefüllt.


Besucher auf der Seite:
(seit 25. September 2006)
digit digit digit digit digit digit digit digit

Valid HTML 4.01 Transitional