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Nun ist es endlich soweit! Fast ein halbes Jahr nach der echten Reise
habe ich hier den Reisebericht zusammengestellt, Ärsche auf mein
Haupt! Aber Zeit ist echt superkostbar für mich geworden, schneller
ging's nicht. Wobei ich wenigstens die
Bilder der Reise
schon ins Netz gestellt hatte.
Diejenigen, die meine Reiseberichte kennen, werden bemerkt haben, daß
die Kanaren eins unserer Lieblingsziele sind. Diesmal ging es nach
Gran Canaria. Diese Insel ist definitiv unsere Lieblingsinsel der
7 Kanaren-Inseln (Lanzarote, Fuerteventura, Gran Canaria,
Teneriffai, La
Gomera, La Palma, El Hierro). Sie bietet neben Sonne, Sand und Strand
auch echtes Stadtleben, nämlich in der Hauptstadt Las
Palmas.
Mit
diesem Bericht geht jetzt allerdings auch eine Reihe zu Ende, denn:
die 3 wichtigen Inseln (Lanzarote
und Fuerteventura
finden sich hier.) haben
wir mit dieser Beschreibung hinter uns gebracht.
Natürlich waren wir auch mal auf Teneriffa,
das hat uns aber gar nicht gefallen. Und von den drei kleinen haben
wir zumindest mal La Palma (hier
findet sich zumindest eine kleine Gallery) besucht. Das war uns
definitiv zu ruhig, für Herzkranke aber sicherlich ideal. Das gilt
bestimmt auch für El Hierro und La Gomera. Es wird natürlich auch
weiterhin Reiseberichte geben, aber von den Kanaren dürfte das erstmal
der letzte sein. Vielleicht könnten als Trost noch die
Panorama-Bilder der Insel herhalten.
Womöglich ist das Ende der Serie damit leichter zu ertragen? Ich
werde auf jeden Fall bei weiteren Reisen Updates schreiben, wenn mir
etwas Wichtiges auffällt. Nun aber zum eigentlichen Geschehen:
Die Buchung war, wie immer, begleitet von www.holidaycheck.de, denn ohne Hinweise von anderen Reisenden sollte man heutzutage seine Bleibe nicht mehr aussuchen. Ebenso ist eine Google-Maps-Anfrage durchaus sinnvoll, ob die Gegend ruhig ist, oder die Autobahn direkt neben dem Hotel liegt z.B. Beim stundenlangen Durchgehen der Reiseberichte fällt immer wieder die Nörgelei über's Essen auf. Ich kann allen nur raten, es wie wir zu machen: kein Essen mitbuchen. Kein All-Inclusive. Man hat scheinbar zu viel Ärger an der Backe. Die Reise wird teurer und nachher essen doch alle in den Restaurants, weil jeden Tag Schnitzel mit Pommes den Leuten zum Hals raushängt. Der 2. Tip für all diejenigen, die meinen, auf Inseln dieser Art könnte man komplett insektenfrei leben: dem ist nicht so. Wenn also jemand eine Kakerlake in seinem Bungalow entdeckt, sollte man das Hotel noch lange nicht abwerten. Erst, wenn sich die Tierchen häufen, ist es ein Mangel, denn dann wird nicht ordentlich saubergemacht. Das macht eine Beurteilung nach Standard-Note schwierig, man muß sich definitiv durchlesen, was die Leute schreiben und sich darüber ein Urteil bilden. Die Interessen sind ja auch unterschiedlich. Wir möchten grundsätzlich länger schlafen, andere interessiert es nicht, wenn die Putzfrauen ab 8 rumlärmen. Insofern: immer genau lesen! Das Hotel, daß für Person A ätzend ist, kann für Person B optimal sein und umgekehrt. Nur Hotels, die auf breiter Front negative Beurteilungen kassieren, sind von vornherein zu meiden. Das sind im Billig-Bereich natürlich deutlich mehr, ich würde mal ein gutes Drittel schätzen. Aber: auch im Hochpreis-Bereich finden sich schwarze Schafe! Ein gesundes Mißtrauen ist also immer angebracht.
Wir entschieden uns für das Hotel Cordial Sandy Golf. Dafür sprachen diverse Gründe. Zum einen mögen wir Maspalomas zum Übernachten lieber. Playa del Inglés ist nachts Party-Zentrum und laut. Maspalomas ist aber praktisch in Fußreichweite. Insofern hat man den abwechslungsreichen Ort dicht dran, ohne die negativen Nebeneffekte zu kassieren. Andere Orte wie z.B. Puerto Rico scheiden von vornherein aus: zu weit vom Schuß und etwas häßlich. Der 2. Grund war, daß das Hotel vor kurzem renoviert worden war, laut den Nutzerberichten. Dem war auch so. Und der 3. Grund war: da wir schon öfter auf Gran Canaria waren, kannten wir die Umgebung ganz gut, wir waren sonst immer im Hotel Duna Beach abgestiegen, welches in der Nähe liegt. Nach der Auswahl machten wir das Ganze noch im Reisebüro fest, denn zur Auswahl standen noch andere Hotels und oft kriegt man im Büro noch irgendwelche Rabatte usw. Diesmal waren wir beim Reisebüro im Wertheim Berlin-Steglitz. Sehr nett und zuvorkommend, keine Nervereien und wir kriegten genau, was wir wollten, noch dazu einen Tick billiger als im Netz.
Und nun lassen wir die Spiele beginnen...
Tag 1: Sonntag, Ankunft und ein bißchen Fun...
Wir wollten ja eigentlich XL-Seats buchen, aber schon beim
Vorabend-Checkin waren die alle vergeben. Hätte man vorher reservieren
müssen. Naja, vielleicht kommen die Thrombose-Prozesse bald durch,
dann müssen die Fluggesellschaften die Reihen sowieso wieder
auseinanderziehen. Erstaunlicherweise waren die Sitzreihen nicht so
eng wie sonst. Hat Air Berlin die Abstände etwa schon größer gemacht?
In weiser Vorraussicht, daß die Urteile in den USA Auswirkungen bis
hier haben könnten? Wie auch immer, die Reise war entspannter als
sonst. Bei der Buchung hatten wir gleich ein Auto mitgebucht. Wir
gingen also nach der Landung zum Hertz-Schalter. Dort war eine
ziemlich lange Schlange, aber wir bekamen letztlich doch einen relativ neuen
VW Fox,
allerdings ohne Radio. Hätte man mal bei der Buchung mit angeben
sollen.
Da wir morgens um 7 Uhr losgeflogen waren, brachte die Ankunft gegen Mittag einen Vorgeschmack auf die Hitze, die demnächst auf uns zukommen würde: 30 Grad! Nach der Fahrt zum Hotel checkten wir ein und die Bungalows waren wirklich runderneuert worden. Sowohl im Wohn- als auch im Schlafraum fand sich ein Deckenventilator. Und ihr könnt mir alle glauben: auch im Oktober ist das Ding dringend nötig!
Da wir nun keinerlei Getränke hatten, dachten wir uns: fahren wir zum Hiperdino nach San Fernando. Dumm nur, daß der Sonntags zu hat, Grummel. Also kauften wir schnell ein paar Sachen (vor allem Getränke) in einem teureren Supermercado in Playa del Ingles ein. Wir luden den Einkauf im Hotel ab und fuhren zum Centro Comercial Varadero, welches in der Nähe vom Leuchtturm in Maspalomas, fast schon Meloneras, liegt. In dem Shopping-Center gibt es ein sehr empfehlenswertes Café mit dem Namen La Plaza. Wir tranken dort Café Bombon, also ein Cortado auf Mallorca-Art. Superlecker! Dazu mampften wir einen Hamburger und ein Toast-Sandwich.
Danach gingen wir Richtung Atlantik und latschten die Promenade Richtung Faro, also Leuchtturm, ab. Dort legten wir uns an den dort beginnenden Sandstrand (hier fangen gewissermaßen die Strand-Dünen von Maspalomas/Playa del Inglés an) und ich hüpfte mal schnell ins Wasser. Es war ziemlich steinig, was bei dem wilden Wasser doch irgendwie bäh war, denn wenn man sich durch die Wellen auf die Fresse legte, dann vermißte man ein wenig den dämpfenden Sand. Wir kehrten zurück zum Hotel und duschten eine Runde.
Das Abendessen drohte, bzw. die Entscheidung, was wir uns antun würden. Tja, die Sorgen haben All-Inclusive-Bucher nicht. Die essen einfach, was so da ist. Wir versuchten unser Glück also am "Strandhafen", wie Cymone es immer nannte (oder "Hafenstrand"?). Es ist eigentlich eine Strand-Promenade mit Einkaufs- und Freß-Läden, da sie aber auf dieser Insel so viele davon haben, denken wir uns immer Spezial-Namen aus. Weil die neben der Promenade so einen Mini-Hafen für Katamarane und anderes Fun-Zeug (Stichwort "Bananen reiten"...) haben, war das also der "Strandhafen". Da wir aber nicht so viel Hunger hatten, entschieden wir uns für KFC (Kentacki Schreit Ficken). Der Laden befindet sich im Untergeschoß des Centro Comercial Yumbo. Das ist nicht weit vom Strand und so tut man gleich noch latschenderweise was für seine Figur. Wir nahmen den Hühner-Mampf para llevar, also zum Mitnehmen, und verspeisten ihn im Hotel, während der Miet-Fernseher dudelte. Immerhin zahlt man den, wie auch den Safe (immer empfehlenswert!), pauschal tageweise und nicht nach Minuten. Wir fielen, angesichts der Strapazen des Tages, relativ tot ins Bett.
Tag 2: Montag, normaler Urlaubstag, Kaufen, Strand, Futtern...
Wir fuhren zuerst zum Centro Comercial Bellavista, das ist im
Stadtteil San Fernando (siehe obigen Google-Maps-Link vom Sonntag)
von Playa del Inglés. Dort gibt es den
Supermarkt Hiperdino. Dort kaufen vor allem die Einheimischen ein,
also deutlich günstiger als die Touri-Supermärkte. In dem Center
gibt's natürlich auch ein Café mit dem Namen "Café Vistabella"
(Haha!), wo wir logischerweise unseren Lieblings-Morgens-Aufwacher
konsumiert haben: Cortado con leche y leche. Superlecker! Nach der
Zurückschleppung des Einkaufs gurkten wir zum
Strand von Maspalomas.
Es war ziemlich windig, aber glücklicherweise sehr warm und die Wellen
waren spitze! At home war die Dusche unser Freund und wir überlegten,
unseren Abend im C.C.
Kasbah (das C.C. steht für Centro Comercial,
also Einkaufscenter) verbringen. Dort angekommen atmeten wir auf: das
Turbo Pub gibt's noch, es
lebt! YES! STRIKE! Ist der einzig
vernünftige Laden innerhalb der Tourizentren, der Rest ist eher Kacke
aus unserer Sicht, also wir haben da andere nächtliche
Vergnügungsstandards als der Otto-Normal-Verbraucher...
Wir aßen Steak im Toro Negro. Eigentlich war das Essen ok, aber da es so voll war, setzten Sie uns in einen Nebenraum. Das hatte zur Folge, daß die Bedienung nur noch sporadisch auftauchte und auch ebensoschnell wieder weg war. Noch dazu war diese Bedienung ohne externes Memory ausgestattet, denn das interne reichte scheinbar nicht. Der Kaffee kam eher so als Normalkaffee, noch dazu ohne leche condensada, obwohl wir alles brav angesagt hatten. Es gab danach zumindest gesüßte Kondensmilchpaste zum Selbstbedienen. Angesichts dieser ganzen Querelen (da gab's noch andere Dinge, aber dann stehe ich als Nörgler da, obwohl doch das Restaurant eigentlich der Problemfall ist) würde ich den Laden nicht wieder aufsuchen, nicht weiterempfehlen und gab auch nur 5 Cent Trinkgeld. Andererseits: wenn man manchmal im Nachhinein von den Urlaubern hört, wie Scheiße Essen und Bedienung im Hotel sind, könnte man das Toro Negro fast sogar in einem positiven Licht sehen. Immerhin schmeckte das Essen und die Speisekarte war auch nicht eintönig. Nach dem Mahl versuchten wir, früh ins Bett zu gehen, denn am nächsten Tag war einer dieser Markttage, da sollte man seinen Hintern schon etwas früher aus den Federn kratzen...
Tag 3: Dienstag, Markt in Arguineguin
Der Tagesanbruch kam mit einem kleinen Desaster daher: Das Wasser entschied sich, im Wasserhahn zu bleiben. Furztrocken, aber immerhin dauerte der Ausnahmezustand (in anderen Bungalows wollten die Leute ihr Frühstücksgeschirr abwaschen, aber die Töne klangen eher so, als würde die ganze Anlage brennen, so sehr war die panische Stimmung aufgewühlt) nur knapp 20 Minuten. Wir sahen das zwar von der pragmatischen Seite (ist halt eine trockene Gegend hier, Afrika ist nicht weit weg usw.), fragten aber vor dem Verlassen des Hotels mal an der Rezeption, ob dieser Zustand nun häufiger kommen würde und ob es denn Zeiten gäbe, wo man damit rechnen müßte, kein Wasser zu bekommen. Die Dame war total aufgeregt und stammelte "Absolute Ausnahme", "Never Again" und ich glaube, wenn wir etwas dicker aufgetragen hätten, wäre noch eine Freikarte für irgendein Tauchvergnügen oder so bei rumgekommen. Aber wir sind da ja nicht so, ich bin schon zufrieden, wenn man mich in Ruhe schlafen läßt. Übrigens kann man das hier ansagen, ab welcher Uhrzeit man frühestens die Putzfrauen im Bungalow haben will. So kann man länger pennen und der Bungalow ist abends trotzdem sauber.
Wir fuhren nun zum Markt
nach Arguineguin. Der Markt ist jeden
Dienstag von morgens (öh keine Ahnung, den Anfang sehen wir nie :))
bis so gegen 13-14 Uhr. Ab 12:30 fangen sie an, abzubauen, das gilt im
Grunde für alle Märkte auf den Kanaren. Dort aßen
wir an den aufgebauten Imbißwagen einen leckeren Bocadillo, nachdem
wir den Markt einmal umrundet hatten.
Arguineguin
ist zwar klein, aber
ganz nett gebaut, man kann nach dem Markt noch eine gute halbe Stunde
durch den Ort bummeln und gucken. Wir landeten in einem Centro namens
Ancora
(oberhalb der Landstraße) um in einem Recreativo (also einer
Spielhalle) einen Cortado zu trinken. Die Recreativos sind übrigens
für Speis und Trank sehr zu empfehlen, wenn man ein paar Euros sparen
will. Sie sind gut und günstig, nur die Auswahl ist halt nicht riesig.
Zusätzlich zum Cortado leisteten wir uns Versuche der spanischen
Verständigung mit der dortigen Thekendame. Es war schwierig, aber
immerhin kriegten wir ein rudimentäres Gespräch zustande. In
Arguineguin haben wir dann noch getankt und zwar für 78 Cent pro Liter
Benzin. Finster, dieser hohe Preis! Harhar...
Wir fuhren nun weiter über Puerto
Rico zum
Playa Amadores.
An dem
künstlichen
Strand hielten wir an und gammelten den Rest des Tages
dort rum. Das Wasser ist nicht immer so richtig prickelnd, weil die
Mole für die Menschenmenge doch etwas klein ist. Insofern empfehle
ich: von der Strandmarke ein paar Meter wegschwimmen, dann wird das
Wasser irgendwann klar und sauber. Abends nach der Rückfahrt hatten
wir nochmal Kontakt zum Duschraum und machten uns auf in Richtung
C.C.
Cita. Dieses Center ist sehr deutsch. Alles sehr früh zu.
Und sehr ätzend, wie unsere Service-Wüste zu Hause. Irgendwie
nervt schon diese Scheiß Schlager-Mucke in diesen Hallen, aber da, wo
das fehlt, sah man dann Fußball-LCD-Screens *würg*.
Eigentlich wollte ich Pizza essen, aber ich verkniff mir das
Rausrennen mit Schreieinlage und so gingen wir relativ zivilisiert
rüber zum Japaner: Sakura
3 ist der Name des Restaurants. Dieser ist
etwas teurer als andere Lokale, aber sehr lecker! Und natürlich echt
japanisch: nett, und zuvorkommend! Nachdem unsere Bäuche gefüllt
waren, beendeten wir den Abend im Turbo Pub im C.C. Kasbah. Das ist
einfach eine schöne Kneipe mit Wumms, aber leider zu klein für
Gezappel. Naja, immerhin ist der Sprit dort billig, die Musike gut und
die Leute immer für eine Independent-Metal-Gröhl-Party gut. Sehr
empfehlenswerter Laden, das Turbo Pub!
Tag 4: Mittwoch, Las Palmas!
Heute war Markt in San Fernando, oberhalb von Maspalomas und Playa del
Inglés. San Fernando ist in der Nähe vom Hiperdino, hatte ich ja schon
gesagt. Allerdings ist der Stadtteil deutlich größer. Der Markt findet
neben der großen Markthalle statt, deswegen dürfte das relativ einfach
zu finden sein. Der Markt selbst ist größer als der von Arguineguin,
die Händler dort haben aber den gleichen Tand. Nur eben doppelt und
dreifach. Gegen Mittag packte uns ein Hüngerchen und wir bewegten uns
zum Holiday
World, einem Spielcenter mit angebauten Rummelpark in
Maspalomas. Dort gibt's natürlich auch Mampf, sowie Cortado und Zumo
Naranja. Trotz der Nahtoderfahrung beim Markt hatte Cymone noch nicht
genug. Las Palmas rief förmlich nach ihr und zwar besonders das C.C.
El Muelle am Hafen. Das ist ein
mehrstöckiges Einkaufscenter,
vergleichbar mit den Potsdamer Platz-Arkaden oder so. Dort ist
übrigens Parken im Parkhaus 3 Stunden for free. Und: es gibt dort
Boccatta! Damit war ich eßtechnisch obenauf, aber die Bedienung war
etwas lahm und da es ein jungscher Hüpfer war, kümmerte er sich lieber
um ein paar kaspernde Tussis, da war ich als blöder Touri
nebensächlich. Hosenenge führt ja oft zur Hirnaufgabe und dieses
Exemplar gab sein Bestes, um den Vorgang zu beschleunigen. Das
Bocadillo war erstaunlicherweise trotzdem lecker, was aber daran
liegen könnte, daß die andere Bedienung es erstellt hatte. Der
sabbernde Jüngling hätte es mit Sicherheit verkackt. Nun auf zu einem
wirklich schönen Strand:
Playa Las Canteras,
der Hauptstrand von Las
Palmas. Riesig lange Promenade, sauberer Sand, in Stadtnähe seichteres
Wasser, Richtung Ortsausgang dann sehr wellig mit Surfern, also für
jeden etwas dabei. Die Parkplatzsituation ist etwas prekär, weshalb
wir beim Teatro parkten, in der Nähe der dicken Wellen und der Surfer.
Nach einer längeren Runde Promenadenbummel konnte ich mich nicht mehr
zurückhalten und mußte einfach das kühle Naß testen. Übrigens, von
wegen sauberer Strand: hier werden sogar die Kippen von Hand aus dem
Sand geklaubt, da kam eine ganze Säuberungs-Armada. Nun wurde es Abend
und da die Heimreise eine Stunde gedauert hätte, entschlossen wir uns,
gleich hier in Las Palmas etwas zu essen. Nach diverser Sucherei kamen
wir doch wieder zurück zur Muelle und ernährten uns vom dortigen
China-Buffet "Pais Divino", neben dem Boccatta-Laden. Das Essen dort
war zwar ok und günstig (6 Euro pro Nase, inklusive Eis und Nachtisch,
nur Getränke kosten extra), aber irgendwie hatten wir das Essen von
einem der letzten Urlaube hier besser in Erinnerung. Früher war halt
alles besser, sogar die Zukunft. Danach traten wir dann die Heimfahrt
in richtung Maspalomas an. Das sind zwar nur 50 km, aber es dauert
trotzdem fast eine Stunde.
Tag 5: Donnerstag, Essen im Yumbo
Wir fingen den Tag wieder mit dem Strand in Playa del Inglés an und
ein bißchen Promenadenbummelei am
"Strandhafen"
nach der ausgiebigen
Braterei im Dünen-Sand. Abends bummelten wir dann im Yumbo Center
herum, um Proteine, Kohlenhydrate und Fette (vor allem letzteres)
in unsere Zellen zu inkorporieren. Überall das gleiche Problem, egal
ob Verkaufsstand oder Restaurant: nerviges Vollgelaber. Grundsätzlich
versuchen wir, dort zu speisen, wo wir nicht vollgesülzt werden.
Werbung mag ja wichtig sein für den Laden, aber es ist genaus wie mit
nerviger Werbung im TV: geht's mir auf den Sack, merke ich es mir
dermaßen gut, daß ich das beworbene Produkt nicht mehr anfasse. Im
Yumbo Centro ist das quasi ausgeschlossen. ICH BIN EIN TOURI, HOLT
MICH HIER RAUS! Vielleicht würde es ein T-Shirt tun: "If you talk to
me, I won't buy your shit or eat here!" Wir gaben diese Haltung dann
doch auf, weil sie einem alle eine Blase ans Ohr schwallten und
entschieden uns für das "Restaurante Centrum". Es war eine Pizzeria,
in der die Kellner zwar wie doof hin und herwuselten, aber das war
wohl nur Show. In Wirklichkeit waren die Bediensteten hoffnungslos
überfordert. Cymone bestellte Huhn mit grüner Pfeffersoße (zur Wahl
stand auch Currysauce) und ich eine Pizza Tropicale mit Ajo, Pimientos
und Huevo (mit Knofi, Paprika und Ei). Beliefert wurden wir leicht
anders. Cymone bekam Huhn mit Mixsauce (Curry UND Green Pepper) und
ich eine Fischpizza mit Ei. Ich wartete also nochmal eine halbe
Stunde, bis dann die richtige Pizza kam. Ob die hier wirklich Geld
machen, kann bezweifelt werden, aber vielleicht sind wir einfach zu
wählerisch? Spezialwünsche sind jedenfalls schwierig hier. Es ist also
immer besser, ein Gericht so zu bestellen, wie es auf der Karte
steht. Sehr ITIL-konform...
Tag 6: Freitag, Markt in Mogán
Freitags ist Markt in Mogán
oder eher
Puerto de Mogán.
Der Mercado ist
größer als früher, aber auch voller und nerviger. Zu kaufen gibt's
natürlich den üblichen Tand. Aber selbst Cymone hatte angesichts der
Menschenmassen irgendwann keine Lust mehr auf Schnickschnacken. Wir
frönten danach also unserem üblichen Ritual: Leche y leche (das ist
die Kurzform hier für den leckeren Cortado mit der süßen Milch) bei einem
Recreativo direkt vorne an der Promenade des Mini-Strands von Mogán.
Zurück ging's über Taurito und Tauro. Kleine, künstliche Ortschaften,
wobei man hier endlich mal
Guantanamo
bestaunen konnte, schließlich
ist der Ort ja durch Nachrichten in aller Munde. Dann kamen wir in
Puerto Rico an und bummelten dort ein bißchen. Nach einer Runde Helado
y Café bei MäcSchmeck ging's dann doch Richhtung Heimat. Abends stand
dann das C.C. Kasbah an. Denn: dort vor den Toren des Shopping-Centers
sind auch immer diverse Stände mit Zeug: "Wir haben beides: Tinnef UND
Tand!" - "Wirklich? Mensch, das ist ja toll, da nehme ich von jedem
etwas!" Und: die afrikanischen Haarknüpperinnen. Ich rede ja immer auf
Cymone ein, daß sie sich unbedingt Rasta-Locken knüppern lassen soll.
Dafür durfte ich dann auch mit den Damen verhandeln. Sie fingen bei
120 Euronen an, aber bei 60 war dann doch eine Handels-Grenze
erreicht. Lohnt sich bald nicht mehr, in Berlin gibt's
die Frisur
teilweise ab 80 Euro. So, das Ganze dauert natürlich gut 2 Stunden und
während Cymone dort also die Haare schön bekam, ging ich in einen
Recreativo zum Internetten. Tja, im Kasbah-Center gab's keine USB-
oder SD-Slots. Dabei hatte ich mir doch extra ein DSL-Linux auf Stick
mitgenommen, um nicht mit dem verkackten Grütz-Windows der Spielhalle
arbeiten zu müssen. Naja, war zwar nervig, aber manchmal ist man ja
schon froh, überhaupt Netz zu haben. Nachdem Cymones Kopf in neuem
Glanz erstrahlte, gingen wir zum Hafenstrand in Inglés. Wir aßen im
Ristorante Roma, welches nicht nur eßtechnisch empfehlbar ist
(Preis-/Leistungs-Verhältnis stimmt, sondern auch die Bedienung
schnell und superzuvorkommend war), sondern wo selbst Cymone diesmal
auf ihre Kosten kam: eine
Elvis-Performance!
Das war genau ihr Ding und so endete unser Abend frohgemut.
Tag 7: Samstag, San Agustin und Nachtleben in Las Palmas
Wir machten uns morgens (oder eher mittags, hüstel) auf nach San
Agustin. Dort watschelten wir eine unendlich lange Promenade ab. Zu
Agustin
sollte man unbedingt erwähnen: es ist alles superteuer hier!
Im Vivo Supermercado kosteten kleine Standard-Shampoos 7 Euronen und
noch viele andere Schoten. An der Promenade hielten wie bei einem
kleinen Café, in welchem man auch drinnen sitzen konnte. Die Sonne
brannte gewaltig vom Himmel und selbst ich war mal froh über etwas
Schatten. Wir tranken natürlich unseren Standard-Cortado con leche y
leche und ließen glücklicherweise nicht ganz so viel Geld in dem
Laden, wie man es sonst in Agustin gewohnt wäre. Die Sache mit dem
"teuer" hat natürlich einen Vorteil: es ist relativ leer. Dumm nur,
daß fast überall Parkraumbewirtschaftung ist, mit ständiger
Kontrolle... Wir wollten dann aber doch zu unserem Dünenstrand, der
war irgendwie schöner, denn Agustin ist streckenweise steinig und
irgendwie nicht so schön. Dumm nur: das Wetter zog sich zu. Kann ja
mal passieren, auch die Wüste braucht mal Wasser. Wir verendeten also
etwas früher im Hotel als sonst und machten uns für das Abendprogramm
in Las Palmas fertig. Denn ich hatte im Internet von einem Club namens
Sala Paraninfo gelesen,
der auch mal Gothic oder Metal-Abende anbot. Interessanterweise stand
damals noch eine falsche Adresse im Web, mittlerweile ist aber dort
auch die aufgeführt, die wir kennen: Calle
Franchy Roca No. 17. Wir
mußten dafür ziemlich suchen und fanden Hilfe beim Türsteher vom Pub La Calle, einem Laden, den
wir auch noch austesten wollten. Er meinte, Sala Paraninfo sei mehr
für jüngere Leute und Pub La Calle mehr für Ältere. Da wir uns ja nie
um Apartheids-technische Dinge scheren, gingen wir also zuerst den
Sala Paraninfo besuchen. 6 Euro Eintritt für beide, jeweils 3
Freigetränke pro Nase (so Abrißzettel). Der Laden ist nett, groß und
dunkel, das Volk zwar jung, aber sehr gemischt: Heavies, Goths,
Studentenvolk uvm. Hier bekam man die Cola-Rum auf die
übliche Weise: eine Flasche Cola, dazu ein 0,2l-Glas mit 3 dicken
Eiswürfeln, welches mit Rum aufgefüllt wurde. Immerhin konnte man auch
vorher Stop sagen, beim Turbo-Pub wurde das Stop-Signal geflissentlich
überhört. Schließlich trinkt ein schnell breiter Kunde auch eher
weiter als einer, der irgendwann merkt, daß er in die Trunkenheit
abkippt. Hier waren sie also etwas "kundenorientierter".
Ich beobachtete, daß sich alle ein Glas "mit Berg"
abfüllen ließen, um gleich als erstes dran zu nippen. Die Spanier
scheinen ein Volk von Alkoholikern zu sein? Fairerweise sollte man
erwähnen, daß die meisten Bier tranken. Obwohl an der Theke niemand
nach Alter oder Ausweis gefragt wurde, wie mir schien.
Wie auch immer, die Musik
war trotz des jüngeren Publikums sehr alter Hardrock-Kram. Man hätte
noch nichtmal sagen können, die wurden alle bei dieser Musik gezeugt.
Da liegen wohl eher nochmal 10 Jahre dazwischen. War also seltsam, lag
aber daran, daß der DJ eher ein alter Sack war wie wir. Dumm war: die
Themenabende sind immer Freitags, da hatten wir wohl das Richtige
verpaßt. War aber trotzdem ok. Beim Rausgehen gab's Stempel, wie man
das von unseren Clubs her auch kennt. Schließlich gingen wir zurück
zum Pub La Calle, der befindet sich
in der Calle Sargento Llagas, ziemlich dicht am
Strandpromenaden-Ufer des Playa de Las Canteras. Hier kostete der
Eintritt 5 Euro inklusive eines Freigetränks. Der Türsteher grinste,
als wir wiederkamen, wahrscheinlich vermutete er, der andere Club
hätte uns nicht gefallen. Hier wurde übrigens deutlich mehr hartes
Zeug als Bier konsumiert. Eine leichte Abweichung zum sonstigen
Suff-Ausschank: Das Glas mit dem Eis wurde fast voll gemacht mit Suff
und am Ende ein Schuß Cola oben drauf gegossen. Die Rest-Cola-Flasche
wurde dann aber wieder extra ausgehändigt. Man verdünnt also quasi mit
dem Trinken über den Abend. Bis das nächste Getränk ansteht, dann geht
es wieder hart los und endet immer weicher. Um 0:30 Uhr fing die
Livemusik
an, war eine recht gute Band, sehr indie-mäßig. Zum Parken
kann ich mal wieder nur die Muelle empfehlen, denn hier ist alles
andere dermaßen voll in einer Samstag-Nacht, das ist haarsträubend.
Und da der Bereich ja eher klein ist, kann man auch alles zu Fuß
machen. Eigentlich kostet die Muelle zwischen 0 und 10 Uhr immer Geld
statt der üblichen 3 Stunden frei parken. Wir mußten seltsamerweise
trotzdem nix bezahlen. Zu Hause kämpften wir dann mal wieder mit dem
üblichen Getier auf diesen Inseln: Kakerlaken.
Zum 2. Teil, dort geht es weiter...
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(seit 14. Februar 2008) |
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