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FORTSETZUNG vom 1. Teil...
Tag 8: Sonntag, 'nen Ruhigen machen, ist ja Ruhetag!
Den Sonntag ließen wir ruhig angehen, denn da ist auch hier vieles
geschlossen und wenn schon etwas offen hat, ist der Speed-Anteil
deutlich runtergefahren. Wir hatten lang geschlafen und fuhren zum
Abhängen zum Strand nach Playa del Inglés. Nachts wäre es mir dort zu
nervig, man will ja auch mal pennen, aber der Strand ist dort wirklich
einmalig schön! Nach dem Sonnen- und Wasserbad fuhren wir weiter zum
Faro, also nach
Meloneras.
Wir kämpften uns an der Promenade bis zum
Ende von Meloneras vor, das ist nicht ohne, die Promenade ist LANG!
Auf der Rückfahrt fuhren wir ein bißchen durch die Pampa, rund um
Meloneras rum. Wir fanden
dieses seltsame Schild,
mitten im Nirgendwo,
in der echten Pampa. Es erinnerte mich irgendwie an den Eis essenden
und Rollschuh laufenden Hund, der plötzlich auf ein Schild stieß, auf
dem waren Eis, Rollschuhe und Hunde verboten. "Na Toll" ist der
Gedankengang des Hundes und genauso muß ich wohl auch geguckt haben
bei diesem Schild. Abends gaben wir uns dann nochmal das Ristorante
Roma. Auch der zweite Test verlief lecker. Theoretisch hätte es eine
Blues Brothers Show geben müssen, aber die war durch irgendeinen Müll
ersetzt worden, naja. Als Abschluß schlabberte ich noch ein paar
Calippo Limón, mjam. Warum gibt's die eigentlich bei uns nicht? Hey
Langnese: ihr hattet mal so geiles Eis und im Ausland habt ihr's
scheinbar immer noch, wieso kriegen wir hier nur den geschmacklosen
Mist?
Tag 9: Montag, Golden Moments im Spar-Markt
Heute ging's zuerst ins Yumbo-Centro. Dort gibt's Zeitschriften-Läden
mit durchaus großer Auswahl, also holte ich mir erstmal die montäglich
erscheinende Zeitschrift, die man englisch mit Mirror übersetzen
würde. Zu Hause komme ich da nie zu, da muß der Online-Teil reichen.
Tja, im Yumbo findet sich auch das
"Golden Moments".
Wer es nicht
kennt: das ist das Café der beiden Auswanderer Jörg & Fabio Klein.
Das ließ sich in einer der vielen Auswandererserien im TV
begutachten: wie sie nach Gran Canaria zogen, wie sie den Laden
aufbauten (kombiniertes Café mit Friseurstube, nett gemacht!), wie sie
mit alldem klarkommen usw. Da dachten wir uns beim TV gucken: wenn wir
in Granny sind, gucken wir uns das mal an. Aber die deutsche
Gründlichkeit gilt auch in Spanien: Montags Ruhetag. Naja, ich gönn's
ihnen, denn mit dem Café dabei dürfte der Arbeitstag durchaus über 8
Stunden hinausgehen und Sonntags ist demnach bestimmt auch offen.
Aber wir nehmen uns vor, nochmal herzukommen, um den Kaffee bei den
beiden TV-Weltstars (!) zu testen.
Es ging weiter zum Strand, diesmal dicht an der Inglés-Seite: sehr nervig und voll. Als der Himmel zuzog, machten wir uns auf zum Hiperdino, um mal wieder einzukaufen. Dort angekommen, ging der Regen auch schon los, er tropfte bis in die Parkgarage. Gegenüber vom Hiperdino ist ein Spar-Markt, dort holen wir meistens das Obst, denn die Auswahl ist größer, das Obst von der Qualität besser und noch dazu ist es meistens auch noch billiger. Im Spar-Markt hatten wir dann das Erlebnis der 3. Art. Eine deutsche Kundin fragt völlig selbstverständlich eine spanische Verkäuferin: "Haben Sie Rei in der Tube?" Man sollte dazu sagen: hier kaufen viel Einheimische, das ist jetzt also nicht Touri-Strand-Gegend oder so, insofern ist es klar, daß die Deutsch-Kenntnisse der Mitarbeiter stark begrenzt sind. Es folgt logischerweise ein Schulterzucken, was die deutsche Kundin aber nicht davon abhält, die Idiotie weiterzutreiben: "Das ist so... zum Waschen..." Dazu macht sie mit den Händen eine runde Form. Wahrscheinlich denkt die Verkäuferin jetzt: 'Die haben ja lustige Namen für das Wort Ball.' Man sollte übrigens nicht vergessen, daß sie dabei auch noch vor dem Regal mit den Waschmitteln standen, ich denke selber gucken wäre deutlich schneller gegangen, als sich total zum Horst zu machen. Die Frau sollte bei DSDS mitmachen oder so, lustiger geht's kaum, das wahren wahrlich goldene Momente. Abends haben wir dann Essen aus dem Holiday World Center geholt, para llevar natürlich. Nix Dolles, Fast Food halt, aber wenigstens kriegt man viel Fett für wenig Geld! :)
Tag 10: Dienstag, Shopping-Spree
Und wir fuhren schon wieder zum
Markt nach Arguineguin.
Hm, ich finde
es ja unnötig, andererseits kommt man so etwas rum, nur am Strand
rumhängen ist auf Dauer ja auch öde, den Tagesablauf etwas mixen kann
nie schaden. Während Cymone dem Markt frönt (Schnickschnack!), mache
ich Fotos vom Hafen. Dort fand ich eine Boots-Zapfsäule:
52 Cent für den Liter Schiffs-Diesel!
Also nochmal billiger als an den
Auto-Tanken, dort kostet Diesel teure 68 Cent pro Liter!
Vom Hafen von Arguineguin hat man übrigens einen wundervollen Blick
auf Puerto Rico, ich wette, diese beiden Orte wachsen bald zusammen.
Auf dem Rückweg vom Markt gingen wir dann wieder am Centro Ancora
vorbei, dort gibt's Klos und Cymone braucht durchaus öfter solche
Örtchen und hat deshalb schon Lagepläne im Kopf, wo das nächste Klo
sein könnte. Übrigens gibt's im C.C. Ancora einen
Laden,
der mich irgendwie an Thilo
erinnert hat. Keine Ahnung wieso...
Danach haben wir getankt (Benzin bei superteuren 77 Cent
pro Liter!!!) und sind nach Las Palmas gefahren, denn das Wetter zog
sich mal wieder etwas zu. Und bei miesem Wetter ist ein Ortswechsel
immer gut, denn irgendwo ist auf einer kanarischen Insel immer Sonne.
Diesmal fuhren wir zum Centro
7 Palmas. Das ist ein relativ neues
Mega-Centro (naja, neu, ein paar Jahre halt), in dem es sogar einen
Media-Markt
gibt. Nachdem ich meine Fotos gemacht hatte, wies man mich
auf ein allgemeines Fotoverbot hin. Schade. DVDs sind superbillig
gewesen, Topfilme gab's ab 3 Euronen. Allerdings geht das hierzulande
auch schon in diese Richtung. BD- und HD-DVD-Medien waren dagegen fast
so teuer wie bei uns. Vieles andere auch, der Euro scheint den
europäischen Markt stark geglättet zu haben. Was aber extrem hip und
viel rumstand: Festplatten als Multimedia-Recorder! Also nicht nur zum
Abdudeln wie hier, nein, immer mit Aufnahmefunktion! Und deutlich
günstiger als hier: für eine 500GB-Disk mußte man nur 139 Euro zahlen.
Hier kommt man vielleicht als Nur-Abspiel-Plattform auf diesen Preis,
aber kaum kommt die Aufnahmefunktion hinzu, kostet's gleich 100 Euro
mehr. Danach machten wir uns auf zum Centro
Las Arenas. Siete Palmas
mag nett sein, wegen dem Mädchenmarkt, aber sonst ist nicht viel
Brauchbares drin und außerdem ist es etwas weit vom Schuß. Las Arenas
dagegen ist am Playa de Las Canteras. Und Las Arenas ist ein
Schnickschnackparadies für Cymone. Sie kaufrauschte also ein wenig,
während ich Cortado und frischen Fruchtsaft trank. Dort gibt's auch
eine Eisdiele, die hat Sorten, da bekamen wir dicke Augen: Neben
Kinderschokoladen-Eis (was im Gegensatz zu anderen Eisdielen, die
behaupten, diese Sorte zu haben, wirklich so schmeckte!)
und anderen Sorten aus der Süß-Fraktion unter
anderem ein supersüßes Eis, was anfangs total eklig war, von dem man
aber nach 2-3 Schlecks total süchtig wurde. Es ist rosa, heißt Chicle und die
sprechen das dort auch so aus, wie man's schreibt, das englische
"Tschickl" verstehen sie nicht so richtig. Ich empfehle auch deren
andere Eissorten, geniales Zeug!
Las-Canteras-Promenade
dran und wir landeten schließlich bei Casa
Chen, einem chinesischen Restaurant. Das Buffet war hier deutlich
besser als in der Muelle und das bei günstigerem Preis! Und da der
Shopping-Tag noch nicht enden wollte, hielten wir auf dem Rückweg zur
Heimat in Telde an. Dort heißt es Centro Estrella, aber der Witz ist
eigentlich eher ein supergünstiger Supermarkt namens Al
Campo mit
unendlicher Auswahl, der hat ein bißchen was von Metro-Märkten.
Diesmal war Schnäppchen-Tag: "¡Mas de 1000 Articulos a 1 Euro!" Dazu
gab's den lustigen Subtext: "¡Ahorro esta en el precio!" Was so viel
heißt wie: Die Ersparnis ist im Preis! Wer hätte das gedacht?
At home hieß es dann wieder Tierchenjagd (
Outdoor-Tierchen
gibt's auch...), aber es hielt sich in
Grenzen. Immer merken: eßbares gut verschließen, keine Früchte
rumliegen lassen und auf dem Mülleimer sollte immer ein Deckel liegen!
Tag 11: Mittwoch, Echte Golden Moments und bizarre Party-Momente
Wir begannen den Tag im Yumbo-Center, Cymone brauchte neues
Lese-Material. Dann saßen wir endlich im "Golden Moments"!
Fabio bediente uns
(Jörg scheint abends dran zu sein) und erzählte uns auf
Nachfrage, daß die gesendeten TV-Aufnahmen vom Juni waren. Ich hatte
eher gedacht, sie seien von vor einem Jahr gewesen, aber das ist wohl
der Unterschied zwischen Staats- und Privat-TV: letztere sind deutlich
schneller. Laut seinen Angaben hätten im November weitere Folgen
gesendet werden müssen, da wurde wohl im August nochmal gedreht. Die
Folgen liefen aber erst im Januar. Auf jeden Fall ist der Kaffee und
das Eis genießbar. Vielleicht sollte Cymone sich hier ihre Haare
nächstes Mal knüppern lassen? Okok, war nur'n Scherz, dürfte hier
unbezahlbar sein. :) Trotzdem ein nettes Café, sehr empfehlenswert!
Danach machten wir uns auf zum Strand, diesmal wieder die
Maspalomas-FKK-Seite.
Dort ist immer ein bißchen mehr Sonne, denn das
Wetter war auch wieder nicht so dolle. Es war zwar warm, aber wolkig.
Nach dem Sonnenbad (und anderen Bädern) kam der Hunger und wir ließen
uns im Casa Juan nieder, einem Restaurant am Ende des "Hafenstrands".
Halber Hahn mit Pommes und Salat waren sehr lecker. Das günstigste
Essen bisher! Ok, außer Fast-Food vielleicht, das ist manchmal billiger.
Danach gingen wir zum Centro
Metro (nein, es heißt nur so, ist relativ
klein, hinterm Kasbah Centro) und dort fand ich endlich ein
Internet-Café, in dem ich meinen USB-Stick mit DSL-Linux ausprobieren
konnte. Klappte gut, nur hatte der Rechner nur 128 MB RAM und da ja
untendrunter das leidige Windows lief, war das etwas nervig. Der
Besitzer stand mehrmals hinter mir und sah sich das an, was ich da
machte, aber gesagt hat er nix. Dann wollte Cymone zur irischen
Ecke,
dort ist abends ein kleiner Mini-Markt aufgebaut. Nachdem das erledigt
war, fuhren wir nach
Puerto Rico.
Das hatten wir abends noch nie
gemacht. Es war völlig abgedreht. Man fühlte sich wie auf dem
Straßenstrich in Bangkok, so nervig wurde an einem rumgezerrt und
dabei wurde man heftig zugetextet. Jede/Jeder Anquatscher/in wollte
uns in seinen/ihren Laden locken. Dazu gab's Halligalli in heftig,
schließlich war hier größtenteils britisches Volk unterwegs und wenn
die Open End hören, saufen die auch bis tief in die Nacht. Daß das
nicht geräuschlos abgeht, dürfte klar sein. Uns hielt man beim
Anlabern mal wieder für Finnen. Hm. Die meisten Finnen, die ich kenne,
sind total durchgeknallt. Sehen wir etwa durchgeknallt aus??? Wohl
kaum. Naja, ich verschärfte die Lage dann durch ein "Höllegin
Göllegin", dem finnischen Prost und schon waren noch mehr Arm-Paare
dabei, an uns rumzuzerren und uns schon auf dem Weg einen
einzuschenken. Aber wir entkamen, YIPPEE! Nun war Entspannung angesagt
und wir fuhren zum Playa Amadores. Da habe ich dann noch ein paar
Nachtbilder
gemacht, bis es anfing zu regnen. Im Hotel hatten wir neue
Nachbarn, diesmal Engländer. Keine Sorge: Engländer, die in Maspalomas
übernachten, wollen wirklich Ruhe und Schlaf. Aber etwas oberprollig
kamen sie schon rüber: Rauchen mit Kleinkind auf dem Arm sieht
irgendwie Scheiße aus, vor allem, wenn das Kind stetig vor sich
hinhustet. Hatte was von Talkshows im Nachmittags-TV. Blieben aber
nett und freundlich, insofern kann's uns Wurst sein. Muß ja auch mal
erwähnt werden: ja es gibt nette Engländer und ich würde sogar sagen,
sie sind deutlich in der Überzahl! Aber die miesen 10% fallen einfach
mehr auf, das trägt wohl eher zum schlechten Image bei...
Tag 12: Donnerstag, Triana in Las Palmas
Zuerst wieder zum
Playa,
da aber das Wetter wieder auf Verdunkelung
schaltete, entschieden wir uns mal wieder für Las Palmas. Übrigens: es
ist nicht so, daß es hier dauernd regnet, auch wenn das bei meinem
Geschreibsel so klingt. Im Gegenteil, trotz Wolken hatten wir immer
auch Sonne und kalt war es nie.
In Palmas gibt es einen Stadtteil namens Triana. Dort gibt es eine
Fußgängerzone und
viele alte Gebäude,
eine Kathedrale usw. Sehr nett
anzusehen, unbedingt ansehen! Am Rande der Fußgängerzone gibt es das
Hotel Madrid, welches auch ein Café beinhaltet. Dort haben wir den
üblichen Leche-Leche-Cortado getrunken und fingen dann an, durch die
Straßen zu bummeln. Die spanische Armada (klingt irgendwie komisch,
muß dauernd an Schiffskriege mit alten, englischen Schiffen denken,
dabei heißt Armada schlicht Armee) suchte auf der Fußgängerzone nach
Freiwilligen. Haben die Spanier eigentlich noch Wehrpflicht? Sieht mir
eigentlich nicht danach aus. In der Calle Peregrina befindet sich ein
netter Comic-Laden mit viel Auswahl, alles spanisch natürlich, aber
klasse zum Spanisch üben! Zuerst hatten wir uns überlegt, von hier zur
Muelle zu laufen, um dort zu essen. Palmas ist aber nicht so klein,
wie man denkt, wir entschieden uns dann doch für's Fahren. Faule
Säcke, ich weiß. Bei Boccata kurz gemampft, aber irgendwie haben die
stark nachgelassen, das war erstmal das letzte Mal Boccatta...
Tag 13: Freitag, TURBO-PUB!
Tagsüber Strand, abends dann:
TURBO-PUB!
Am Wochende ist
hier die Hütte voll und der Bär steppt. Wobei eine Tanzfläche schon
schön wäre. Ich seh doch so gerne, wie die Leute zappeln! Ich
probierte Arehucas-Cola, aber auch hier das übliche Problem: Kaum Cola
drin. Wenigstens sagte der
Barkeeper,
daß er bei Stop aufhört, den Rum
reinzukippen. Da ich nix sagte (oder hörte er mich nicht? Hm, die
Erinnerung ist schwach...), hatte ich einen Berg Suff im Glas, wo
keine Cola reinpaßte. Oh-oh... Interessant: Daneben gibt es noch dazu
eine weitere heavy-Bar, Metal scheint zur Zeit wieder Hip zu sein.
Vor ein paar Jahren sah das fast so aus, als müßte auch bald das
Turbo-Pub dicht machen (daneben war viel Leerstand), aber das scheint
nun ausgestanden zu sein. "Wohlgenährt" kehrten wir heim, hicks.
Tag 14: Samstag, das teure Fressen und das gute Essen
Wir begannen den Tag mal wieder an unserem geliebten Playa, aber
diesmal war es ziemlich windig. Nach einer Stunde Sand fressen war
Strand erstmal gegessen. Also wieder Las Palmas. Diesmal die obere
Strand-Hälfte von Las Canteras, sehr schön hier! Vor allem für
Sonnenuntergänge.
Abends dann in einer Seitengasse Cortado getrunken.
Leche-leche largo scheint sich duchzusetzen, da muß bestimmt bald ein
neuer Name für den Cortado her. Vielleicht "Largado"? Zum Essen gingen
wir zur Muelle, dort gibt es nicht nur im 2. OG den Fast-Food-Court,
im 3. OG sind auch richtige Restaurants. Zuerst dachten wir, bei
"VIPs" zu essen. Aber einen Burger für 8 Euro??? Hallo??? Noch ganz
dicht??? Auch die diversen anderen Restaurants dort waren eine
Preisklasse höher. Klar, 3. OG statt 2. OG, muß ja gehobene
Preisklasse sein, haha. Wir fanden dann aber doch den Café-Part des
Restaurants Churreria Guyarmina einladend genug und es war sehr
preiswert und lecker! Ach ja, da wir meistens in der Muelle parken,
dort aber dieses 3-Stunden-Limit gilt und man danach bezahlen muß,
war ich zwischendurch einmal raus und um den Block gefahren. Und mit
mir eine Meute Leute, die das genauso machten. Die Welt ist voller Knauser. :)
Aber: wieso sieht man dann einige von denen im teuren VIPs hocken?
Tag 15: Sonntag, Terror in Teror
Sonntags ist Markt in
Teror.
Schon die Fahrt nach Teror ist echter
Terror. Empfehlenswert ist nur der Weg über Las Palmas. Fährt man vom
Süden quer durch die Insel, dauert's ewig, da kommt man wahrscheinlich
erst dort an, wenn der Markt schon wieder zu ist. Immerhin gibt's in
Teror auch anderen Tand und nicht nur den normalen Tinnef. Viel
Christen-Zeug, Jesusse, Madonnen usw. Und: Sonntags ist Gottesdienst,
da war sozusagen der ganze Ort in der Kirche. Dadurch kann man auch
mal einen Blick reinwerfen, das Ding ist uralt. Eine
viel interessantere Kirche findet sich in Arucas
(nicht zu verwechseln mit
dem Rum), wo unser nächster Stop war. Danach am Atlantik vorbei
Richtung Agaete und dem Dedo de Dios. Das war mal ein langer, schmaler
Felsen ("Finger Gottes"), der vor dem Hafen von Agaete aufragte. Ein
Sturm hatte ihn abgebrochen und ich wette, da wird es jetzt mächtig
viele abergläubische Geschichten zu geben, was alles böses passieren
wird. Dabei war es doch nur ein Felsen... Die Wellen hier sind
trotzdem kraß und hoch, der Wind ist stark. Das ist die Westseite der
Insel, offener Atlantik, sehr schön! Bei Agaete gibt es weiter
nördlich eine Art Naturschwimmbecken, auf jeden Fall einen Blick wert!
Cymone wollte hier eigentlich Fisch essen, aber frische Dorade ist so
'ne Sache. Sie entschied sich gegen das Kotzen und wir fuhren zurück
nach Palmas zum Centro Las Arenas. Die Läden hatten zwar zu, das
Parkhaus aber nicht. Und dieses Parkhaus kostet nix. Auf der Promenade
bummelten wir solange, bis wir zu "MW Buffet King" kamen, einem
Buffet-Chinesen. Das war das beste China-Buffet ever, deshalb hier die
genaue Adresse: Calle
Luis Morote 61. Riesenauswahl! Und so bizarre
Sachen: Spanferkel, Mjam! Danach habe ich mich noch an Nachtbildern
vom Playa de Las Canteras und in
Meloneras
versucht. Aber letztlich
fielen wir doch todmüde ins Bett.
Tag 16: Montag, Alle gut zu Vögeln
Zuerst Yumbo, dann Strando. Haha. Diesmal nicht die FKK-Ecke. Komischerweise hatten wir irgendwie die Vögel-Ecke erwischt und damit meine ich nicht unsere gefiederten Freunde. Ein Spanier fing irgendwann an, wie ein Karnickel auf dem Hinterteil seiner Angebeten rumzuhoppeln. Dieses schien ein deutsches Pärchen zu Extrem-lahm-Tantra zu animieren. Ich hatte gedacht, sowas gibt's nur weiter hinten in den Dünen, aber nicht direkt hier am Strand. Vor allem, wo die spanische Ordnungsmacht bei sowas gnadenlos ist und hohe Strafen verhängt, das ist immerhin ein streng katholisches Land hier. Naja, mir war's Wurst, mich stört's ja nicht. Im Gegenteil: gestört hat es eher die Treibenden, denn hier spielten viele Kinder Ball oder Frisbee und das landete natürlich hin und wieder bei den Kopulierenden. Cymone hatte das Schauspiel teilweise verpaßt, weil sie eingepennt war. Sie war etwas sauer, daß ich sie nicht geweckt hatte und sie so nicht die volle Länge der Darbietung mitbekommen hatte. Und da heißt es immer, nur wir Männer seien Spanner, tz. Hätte ich Fotos machen sollen oder gar filmen? :)
Nach längerer Bratzeit brauchten wir Kühlung und etwas zum richtig
aufwachen. Also gingen wir zu MäcSchmeck auf der
Hafenstrand-Promenade von Inglés und holten uns einen Helado y Café.
Also das ganze Kaffee-Zeug können die hier echt großartig! Und dann sieht man
Schilder wie: "aufgebrühter Tchibo-Kaffee wie zu Hause!" Brrr, da
schüttelt's mich richtig vor Magenkrämpfen. Nach dem Heimdusching
kamen wir wieder zurück zum Strandhafen. In einem Restaurant Gorro
"irgendwas" aß ich einen Tortilla Española (das können die fast genauso gut wie
Kaffee), obwohl der gar nicht auf der Karte war. Himmel,
nicht-ITIL-konformes Essen! Problemlose Spezialwünsche!
Sofort dem Change-Management erzählen!
Aber ich schweife ab... Nun noch ein paar Nachtbilder in Meloneras
(der
Leuchtturm
macht nachts echt was her) und danach ab in die Heia.
Tag 17: Dienstag, Vegueta
Zu Beginn des Tages war natürlich Strandzeit. Diesmal wieder FKK,
denn Nackte vögeln nicht einfach so rum. Ohne Hose kann man nicht
einfach zwischendurch bei "Störungen" oder so aufhören, das wirkt dann
etwas seltsam "angespannt", wenn die Möglichkeit einer Hosendeckung
fehlt. Es mag Strände geben, bei denen das anders ist (z.B.
der Papagayo in Lanzarote), aber hier hatte ich das noch nicht erlebt.
Nachdem unsere Körper genug erhitzt waren, fuhren wir mal wieder nach
Las Palmas. Diesmal nach Vegueta. Der Stadtteil ist südlich von
Triana, dort finden sich nette Straßen und eine
Kathedrale
(hm, die
ist so'n bißchen zwischen Triana und Vegueta). Weiter nördlich findet
sich eine interessante Straße: Paseo de Tomas Morales. Dort fand sich
eine Videothek, die günstig Gebraucht-DVDs und -CDs vertickte und ein
Comic-Laden an der Ecke
Calle Murga. Der hatte aber leider fast nur
Marvel und DC Comics, der Laden in der Calle Peregrina war deutlich
besser. In der Muelle hatten wir kurz gegessen und dann passierte es:
ich verfuhr mich im Moloch Las Palmas. Auf einmal waren wir inmitten
der Hochhaustbauten auf dem Berg. Ganz oben wurde es dann richtig
bizarr: ein fettes Luxus-Hotel am Ende der Straße! Erst fährt man eine
Stunde durch die Slums und dann kommt man zu so einem Prachtbau. Naja,
der Ausblick von hier oben war jedenfalls überwältigend, alleine das
war's wert!
Tag 18: Mittwoch, Abschied
Der letzte Tag brach an und ich machte mich nochmal früh raus, um den
dicken
Barranco beim Faro
zu knipsen. Plus der Naturzone: das Ende des
Barrancos ist Sperrgebiet, dort dürfen nur Tiere rein. Man hört irre
viel Vogelgepiepe, eine echte Oase. Zum Gucken nochmal die Strände von
Inglés und Agustin angefahren. Wird jetzt wohl längere Zeit keinen
Sommer geben, *schnüff*. Am Flughafen das übliche, perverse Ritual:
kurz vor dem trockenen Kontinent Afrika werden Getränke en masse vernichtet,
nur weil die Duty-Free-Läden ihren Scheiß sonst nicht
loswerden. Mit Sicherheit hat das sowieso nix zu tun, das kann einem
jeder Chemiker sagen. Traurig, traurig, daß die Politik so völlig aus
dem Ruder gelaufen ist. Eine Schande, so eine Resourcen-Verschwendung!
Der Flug selbst war mit Zwischenstop in Teneriffa. Immerhin hatte die
Reservierung der XL-Seats geklappt und die behielten wir auch nach der
Zwischenlandung. Ach ja, als letzte Info:
Wir sind auf dieser Insel in 18 Tagen
1580 km gefahren.
Das ist zwar leicht unterm Schnitt (wir hatten auch schonmal 2200 km
in 14 Tagen abgeritten), dafür zeigt es aber, daß wir durchaus viel
Ablenkung hatten, ohne unsere Ärsche zu bewegen.
Das Fazit bleibt: es ist unsere Lieblingsinsel!
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(seit 14. Februar 2008) |
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